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- 12.08.2002 -

 

 

 

 

 


 

DIHK fordert von Parteien: Atomausstieg teilweise rückgängig machen

Industrie und Handel haben sich in ihren Umwelt- Forderungen zur Bundestagswahl dafür ausgesprochen, den Atomausstieg teilweise rückgängig zu machen.

Berlin (dpa) - Das Neubauverbot von Atomkraftwerken müsse gekippt werden, «um bei Bedarf die Entwicklung und den Einsatz noch sicherer Kernkraftwerke zu ermöglichen». Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wendet sich in dem am Montag in Berlin vorgestellten Positionspapier außerdem klar gegen das geplante Dosenpfand und die Ökosteuer.

«Auch in der Umwelt- und Energiepolitik braucht Deutschland mutige Reformen», heißt es in einem vorab verbreiteten Statement von DIHK-Vizepräsident Claus Hipp zu den Forderungen.

Der DIHK fordert die Parteien außerdem dazu auf, die Belastung durch Umweltabgaben zu mindern, die Zahl der Umweltvorschriften zu reduzieren und die Industrie verstärkt in die Diskussion vor Entscheidungen zum Umweltschutz einzubinden.

Weiter heißt es: «Die Wirtschaft erwartet, dass auch im Umweltschutz stärker als bisher auf die Eigenverantwortung und auf die Kraft des Marktes gesetzt wird.» Beim Klimaschutz sei «weiterhin auf freiwillige Selbstverpflichtungen» zu setzen.

Kritisch äußert sich der DIHK zur rot-grünen Förderung erneuerbarer Energien. Die Energiepolitik müsse sich stärker am Wettbewerb orientieren. Eine einseitige Politik zu Gunsten regenerativer Energien führe - bei gleichzeitigem Atomausstieg und in Verbindung mit der «einsamen deutschen Vorreiterrolle beim Klimaschutz» - zu massiven Belastungen für die Volkswirtschaft.

Zur Ökosteuer heißt es, diese entziehe den Menschen und der Wirtschaft Kaufkraft und sei in ihrer Lenkungswirkung zweifelhaft. «Mit der Verwendung des Aufkommens wird zudem lediglich der Reformdruck in der Sozialversicherung vorübergehend abgemildert. Die Fortsetzung des Experiments "Öko-Steuer" wird abgelehnt.» Dringlich sei eine baldige Novellierung der Verpackungsverordnung. Das Dosenpfand werde die Mehrwegquote nicht stabilisieren.

Nach Ansicht des DIHK muss sich der Umweltschutz stärker als bisher am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung orientieren. «Deutschland muss seinen Einfluss auf die internationale und die EU- Umweltpolitik erhöhen und zugleich im eigenen Rechtssystem eine höhere Flexibilität schaffen, um internationale Regelungen wirtschaftsverträglich umsetzen zu können.»

 

 Mehr Informationen:

DIHK

 

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