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- 07.08.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Karlsruher Forscher: Biomasse verstärkt nutzen

Durch eine verstärkte Nutzung von Abfallstoffen wie Stroh und Holz könnten in Deutschland beachtliche Mengen Erdöl und anderer fossiler Energieträger eingespart werden.

(jkm) - Dies hat jetzt das Forschungszentrum Karlsruhe angeregt. Die Wissenschaftler entwickelten ein Verfahren, aus Biomasse Gas zu gewinnen und dieses unter wirtschaftlich günstigen Bedingungen zu nutzen.

In Deutschland wird zur Zeit nur rund ein Prozent des Primärenergiebedarfs durch Biomasse abgedeckt. Allein die etwa 20 Millionen Tonnen Stroh, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden, könnten weitere zwei Prozent abdecken, sagen die Forscher. Landwirte könnten durch den Verkauf solcher Reststoffe zusätzliche Erlöse erwirtschaften. Nach Berechnungen der Karlsruher Forscher liegt das jährliche Aufkommen an biogenen Abfallstoffen in Deutschland bei etwa 80 Millionen Tonnen organischer Trockenmasse. Bis zu 10 Prozent unseres Primärenergiebedarfs könnten damit gedeckt werden.

Das Problem: Die Abfallstoffe fallen auf große Flächen verteilt an und verursachen deshalb hohe Transportkosten auf dem Weg zu zentralen Verwertungsanlagen. Die Forscher schlagen deshalb ein zweistufiges Verfahren vor: In regionalen Anlagen mit einem Einzugsbereich von etwa 25 Kilometern soll aus Stroh oder anderen organischen Reststoffen ein Gemisch aus Pyrolyseöl und Pyrolysekoks erzeugt werden. Dieses hat eine zehn mal höhere Energiedichte als ein Strohballen und kann deshalb kostengünstig zu einer zentralen Großanlage transportiert werden.

"Das Gemisch aus Pyrolyseöl und Pyrolysekoks, das in der ersten Stufe erzeugt wird, kann noch nicht direkt verwertet werden. Es hat eine schlammähnliche Konsistenz und erfordert spezielle Anlagen, in denen es veredelt und genutzt wird", erläutert Dr. Edmund Henrich, der das Konzept im Institut für Technische Chemie des Forschungszentrums entwickelt hat.

In der zweiten Stufe der Verwertung kommt eine zentrale Großanlage zum Einsatz. In ihr wird bei hohen Vergasungstemperaturen aus dem Öl-Koks-Gemisch ein hochwertiges Synthesegas erzeugt. Hier ist nun der technologische Durchbruch gelungen: Die Karlsruher Forscher konnten erstmals in der Praxis zeigen, dass sich eine solche Anlage mit einer Leistung von 2000 kW sicher betreiben lässt. Das entstehende Synthesegas kann direkt verstromt werden oder hilft in der chemischen Industrie, hochwertige Kraftstoffe und Chemikalien zu produzieren.


©
Forschungszentrum Karlsruhe

Stromerzeugung, Kraftstoffersatz oder Grundlage für Chemikalien: Stroh und andere biogenen Reststoffe können fossile Energieträger ersetzen.

 

 Mehr Informationen:

Forschungszentrum Karlsruhe

vista verde: Bioenergie

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