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Mexiko:
Futtermittel aus Schokoladen-Abwasser
Eine mexikanische Schokoladenfabrik
gewinnt aus ihren Abwässern künftig Futtermittel. Die
Anlage hat das Institut für Biologische Verfahrenstechnik
an der Fachhochschule Mannheim entwickelt.
Eigentlich ist für die Herstellung
von Schokolade gar kein Wasser erforderlich. Das Abwasser entsteht
erst, wenn Schoko-Reste aus den Gussformen und den Produktionsmaschinen
gespült werden.
"Es war doch ein Jammer,
die nahrhaften Kohlenhydrate einfach durch die Kanalisation zu
spülen - von den Problemen im Kanalnetz und der Umweltbelastung
ganz zu schweigen", findet Peter M. Kunz, Leiter des Mannheimer
Instituts.
Nach den Vorschlägen der
deutschen Ingenieure richtete die Schokoladenfabrik jetzt eine
zentrale Spülküche ein. Alle Teile werden dort einmal
mit leicht salzsäurehaltigem Wasser, dann mit leicht natronlaugehaltigem
Wasser gereinigt. Beide schokoladehaltigen Spülwässer
werden anschließend gemischt, wobei aus den restlichen Säure-
und Lauge-Anteilen im Sammelbecken Kochsalz entsteht.
Die Mixtur wird auf das Dach der
Spülküche gepumpt und dort mit der Abwärme aus
den Schmelzkesseln und Sonnenenergie eingedickt, bis sie die Konsistenz
von Mousse-au-Chocolat hat und auch so aussieht. Dieser Masse
werden noch weitere Rückstände aus der Kakaobohne beigemischt.
Anschließend eignet sich
die Masse hervorragend als Zusatz zu Tierfuttermitteln. Der Salzgehalt
von etwa einem Prozent ist dabei sogar ein Vorzug, da Tieren ohnehin
über das Futter und über sogenannte "Lecksteine"
Salz zugeführt werden muss.
Statt eines Abwasserproblems besitze
die Firma nun eine sogar noch Gewinn abwerfende Tierfutter-Produktionsanlage,
freut sich Kunz. Andere Schokoladenfabriken seien bereits dabei,
diese elegante Lösung zu übernehmen.
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