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Jahresbericht: GTZ will sich in Krisengebieten
als Makler profilieren
Die Gesellschaft für
Technische Zusammenarbeit (GTZ) will sich als ehrlicher Makler
zwischen Konfliktparteien in Krisengebieten profilieren.
Frankfurt/Main (dpa) - Mit dem
11. September 2001 hätten sich die Akzente verschoben, sagte
Geschäftsführer Wolfgang Schmitt: «Krisenprävention
und Konfliktbewältigung werden als Aufgaben der GTZ immer
wichtiger.» Das bundeseigene Entwicklungshilfe-Unternehmen
stellte am Dienstagabend in Frankfurt und am Mittwoch in Berlin
seine Jahresbilanz vor.
Weil das Auftragsvolumen des
Bundes sinkt, will sich die GTZ mehr nichtstaatliche Auftraggeber
suchen. Das so genannte «Drittgeschäft» soll
in den nächsten drei Jahren auf 200 Millionen Euro Umsatz
verdoppelt werden, kündigte Geschäftsführer Bernd
Eisenblätter an.
Zu den Kunden, die technische
Hilfe gegen Bezahlung buchen, gehören Privatunternehmen,
internationale Organisationen oder ausländische Regierungen.
Das wachsende Geschäftsfeld hat die GTZ als «GTZ International
Services» organisatorisch ausgegliedert.
Im Geschäftsjahr 2001 erzielte
die GTZ nach eigenen Angaben Umsatzerlöse von 866 Millionen
Euro, gut sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Die Einnahmen
von öffentlichen Auftraggebern sanken um knapp 8 Prozent
auf 745 Millionen Euro.
Die GTZ hatte 1373 Fachkräfte
ins Ausland entsandt, die mit 8572 Personen vor Ort zusammenarbeiteten.
In der Zentrale in Eschborn bei Frankfurt arbeiteten 1032 Menschen,
fünf Prozent weniger vor Jahresfrist. Die Zentrale soll in
den nächsten Jahren um weitere 200 Stellen verkleinert werden.
Die GTZ arbeitete im vergangenen
Jahr an 2703 Projekten in 131 Ländern. Mittelfristig soll
die Zahl der Programme reduziert werden.
Stark engagiert hat sich die GTZ
nach dem 11. September 2001 im Rahmen des Anti-Terror-Pakts. Der
GTZ standen 16 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung,
die die Gewaltbereitschaft ärmerer Menschen reduzieren sollen.
Investiert wurde beispielsweise
in die ländische Entwicklung im Jemen, in die Ausbildung
Jugendlicher in Usbekistan oder den christisch-muslimischen Dialog
auf den Philippinen.
In der afghanischen Hauptstadt
Kabul betreibt die GTZ seit März 2002 zusammen mit der Kreditanstalt
für Wiederaufbau (KfW) ein «Büro für deutsche
Entwicklungszusammenarbeit». Die GTZ plant von dort aus
Projekte zur Konfliktbearbeitung, zur Integration der Flüchtlinge
und zur Beratung der neuen Regierung.
Im Auftrag der Vereinten Nationen
baut die GTZ derzeit für 8 Millionen Dollar ein provisorisches
Konferenzzentrum, in dem im Juni die afghanische Ratsversammlung
mit 1500 Delegierten stattfinden soll.
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