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- 29.05.2002 -


 

Jahresbericht: GTZ will sich in Krisengebieten als Makler profilieren

Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) will sich als ehrlicher Makler zwischen Konfliktparteien in Krisengebieten profilieren.

Frankfurt/Main (dpa) - Mit dem 11. September 2001 hätten sich die Akzente verschoben, sagte Geschäftsführer Wolfgang Schmitt: «Krisenprävention und Konfliktbewältigung werden als Aufgaben der GTZ immer wichtiger.» Das bundeseigene Entwicklungshilfe-Unternehmen stellte am Dienstagabend in Frankfurt und am Mittwoch in Berlin seine Jahresbilanz vor.

Weil das Auftragsvolumen des Bundes sinkt, will sich die GTZ mehr nichtstaatliche Auftraggeber suchen. Das so genannte «Drittgeschäft» soll in den nächsten drei Jahren auf 200 Millionen Euro Umsatz verdoppelt werden, kündigte Geschäftsführer Bernd Eisenblätter an.

Zu den Kunden, die technische Hilfe gegen Bezahlung buchen, gehören Privatunternehmen, internationale Organisationen oder ausländische Regierungen. Das wachsende Geschäftsfeld hat die GTZ als «GTZ International Services» organisatorisch ausgegliedert.

Im Geschäftsjahr 2001 erzielte die GTZ nach eigenen Angaben Umsatzerlöse von 866 Millionen Euro, gut sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Die Einnahmen von öffentlichen Auftraggebern sanken um knapp 8 Prozent auf 745 Millionen Euro.

Die GTZ hatte 1373 Fachkräfte ins Ausland entsandt, die mit 8572 Personen vor Ort zusammenarbeiteten. In der Zentrale in Eschborn bei Frankfurt arbeiteten 1032 Menschen, fünf Prozent weniger vor Jahresfrist. Die Zentrale soll in den nächsten Jahren um weitere 200 Stellen verkleinert werden.

Die GTZ arbeitete im vergangenen Jahr an 2703 Projekten in 131 Ländern. Mittelfristig soll die Zahl der Programme reduziert werden.

Stark engagiert hat sich die GTZ nach dem 11. September 2001 im Rahmen des Anti-Terror-Pakts. Der GTZ standen 16 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung, die die Gewaltbereitschaft ärmerer Menschen reduzieren sollen.

Investiert wurde beispielsweise in die ländische Entwicklung im Jemen, in die Ausbildung Jugendlicher in Usbekistan oder den christisch-muslimischen Dialog auf den Philippinen.

In der afghanischen Hauptstadt Kabul betreibt die GTZ seit März 2002 zusammen mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein «Büro für deutsche Entwicklungszusammenarbeit». Die GTZ plant von dort aus Projekte zur Konfliktbearbeitung, zur Integration der Flüchtlinge und zur Beratung der neuen Regierung.

Im Auftrag der Vereinten Nationen baut die GTZ derzeit für 8 Millionen Dollar ein provisorisches Konferenzzentrum, in dem im Juni die afghanische Ratsversammlung mit 1500 Delegierten stattfinden soll.

 Mehr Informationen:

GTZ

vista verde: Entwicklung

 

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