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Atomforum: Neubauverbot für Kernkraftwerke
ein Fehler
Der Präsident des Deutschen
Atomforums, Gert Maichel, hat sich gegen ein generelles Neubauverbot
für Kernkraftwerke in Deutschland ausgesprochen.
Stuttgart (dpa) - Diese Vorgabe
der gegenwärtigen Bundesregierung sei energiepolitisch verfehlt,
sagte Maichel zu Beginn der Jahrestagung Kerntechnik 2002 am Dienstag
in Stuttgart. «Vielmehr gilt es, zukünftigen Generationen
die Option Kernenergie offen zu halten.» Die Tagung zählt
international zu den wichtigsten der Atomindustrie. Etwa 1000
Teilnehmern werden erwartet.
Am Morgen demonstrierten vor
dem Tagungsgebäude vereinzelt Atomkraftgegner für eine
sofortige Stilllegung der Atommeiler. Zugleich trafen rund 1400
Mitarbeiter der Energiebranche in einem Fahrradkonvoi unter dem
Titel «Energie-Tour 2002» in Stuttgart ein und warben
für die Sicherung der Arbeitsplätze in ihrer Branche.
Seit 27. April ist ein neues Atomgesetz
in Kraft, das den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie in
Deutschland vorsieht. Das letzte der 19 deutschen Atomkraftwerke
soll etwa 2021 vom Netz gehen.
Nach Worten von Maichel ist der
Nachweis für einen bezahlbaren Ersatz der Atomenergie bislang
nicht erbracht. Zudem sei es ein Fehler mancher Politiker, bei
der Atompolitik nur deutsche Aspekte zu berücksichtigen:
«Der Strom macht nicht an nationalen Grenzen Halt. Der See
in Europa wird nicht austrocknen. Wenn Deutschland ihn nicht speist,
werden dies andere tun.»
Der CDU-Generalsekretär
Laurenz Meyer sagte, die Energiepolitik werde sich im Falle eines
Wahlsieges der Union bei der Bundestagswahl ändern. «Ich
halte es für Schwachsinn, die Kernkraftwerke in Deutschland
abzuschalten und ringsherum werden Kraftwerke geplant, die nicht
deutschen Sicherheitsstandards entsprechen», sagte Meyer
am Rande des Kongresses. Die CDU befürworte einen am Wettbewerb
ausgerichteten Energie-Mix.
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