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«Grüner Punkt»: Weniger
Verpackungen gesammelt
Jeder Verbraucher hat im vergangenen
Jahr durchschnittlich 76,6 Kilogramm Müll in gelbe Tonnen
oder Säcke und in Glas- oder Altpapiercontainer geworfen.
Im Jahr zuvor waren es 78,3 Kilogramm.
Berlin (dpa) - Insgesamt wurden
5,5 (Vorjahr 5,7) Millionen Tonnen Verpackungen mit dem «Grünen
Punkt» gesammelt, teilte die Duales System Deutschland AG
am Donnerstag in Berlin mit. Einschließlich der «Fehlwürfe»
- also des Abfalls, der ohne «Grünen Punkt» in
den Recycling-Behältern landete - sammelte das Duale System
6,3 Millionen Tonnen Müll. 5,3 Millionen Tonnen davon davon
verwertet. Die Sammel- und Verwertungsmengen gingen im Vergleich
zum Vorjahr leicht zurück.
Auch im vergangenen Jahr seien
alle gesetzlich vorgeschriebenen Quoten deutlich übererfüllt
gewesen, sagte der Vorstandschef des Dualen Systems, Wolfram Brück.
Grund für die geringere Sammelmenge sei der Rückgang
von Glasverpackungen, etwa Einweg-Glasflaschen. Zwar sei es zu
einem «immensen Anstieg» von so genannten PET-Verpackungen
gekommen, der aber die fehlende Glas-Tonnage nicht habe auffangen
können.
Einnahmeverluste bei Einführung
des Dosenpfands befürchtet
Brück wandte sich erneut
scharf gegen das ab dem 1. Januar 2003 geplante Dosenpfand. Bei
Einführung des Pfandes auf Getränke- Einwegverpackungen,
die derzeit maßgeblich vom Dualen System gesammelt werden,
befürchtet der Vorstandschef jährliche Einnahmeverluste
von 290 Millionen Euro - das entspricht rund 15 Prozent des Umsatzes.
Das Pfand soll ab 2003 auf alle Einwegverpackungen mit Bier, Cola
und Limonade sowie auf so genannte Tetra-Paks mit stillem Mineralwasser
erhoben werden.
Das Pfand habe angesichts der
hohen Recyclingquote des Dualen Systems nur geringen ökologischen
Nutzen. Mit Blick auf die Kosten, die Wirtschaft und Handel durch
Einführung des Pfandsystems entstehen, sagte Brück,
die Maßnahme sei «ökonomisch katastrophal».
Durch das Recycling von rund
2,3 Millionen Tonnen Leichtverpackungen (Aluminium, Kunststoffe,
Verbunde und Weißblech) wurden nach Angaben des Dualen Systems
2001 umgerechnet rund 400.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart.
Die Reduzierung an Treibhausgasen entspreche der Kohlendioxid-Menge,
die 64.000 Haushalte jährlich bei der Verbrennung von jeweils
2000 Litern Heizöl produzierten.
Im Vergleich zur Herstellung entsprechender
neuer Leichtverpackungen seien 2001 außerdem rund 33 Milliarden
Megajoule Energie eingespart worden - das entspricht etwa der
Hälfte der Jahresleistung des Atomkraftwerks Phillipsburg
bei Karlsruhe.
Verwertet wurden im vergangenen
Jahr unter anderem 2,5 Millionen Tonnen Glas (2000: 2,67 Mio Tonnen),
knapp 1,5 Millionen Tonnen Papier, Pappe oder Karton (1,51 Mio
Tonnen), sowie knapp 600.000 Tonnen Kunststoffe (570.000 Tonnen).
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