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- 24.04.2002 -

 

 

 

 

 

 



 

Bundesregierung: Umweltverträglichen Tourismus fördern

Urlauber sollen die schönsten Wochen des Jahres nach dem Willen der Bundesregierung künftig umweltbewusster gestalten. Das gilt für das Ferienziel, die Wahl des Verkehrsmittels und die Urlaubsgestaltung selbst.

Berlin (dpa) - Das Kabinett beschloss am Mittwoch in Berlin ein Konzept zur Stärkung eines umweltverträglicheren Tourismus. Unter anderem soll der Inlandstourismus gefördert und die Nachfrage nach umweltorientierten Reiseangeboten gesteigert werden. Staatliche Regulierungsinstrumente - etwa Ökoabgaben für den Flugverkehr - sind nicht vorgesehen. Die Deutschen gehören mit rund 157 Millionen Privatreisen zu den Reiseweltmeistern.

Die Regierung will auch die bereits seit längerem eingeführte Dachmarke «Viabono» stärken, die umweltfreundliche Tourismusangebote bündelt. An «Viabono» sind auch der ADAC und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband beteiligt. Der unter der Federführung des Bundesumweltministeriums erstellte Bericht «Umweltschutz und Tourismus» warnt vor den teils verheerenden Folgen von Urlaubsreisen für die Natur.

So werden den Angaben zufolge bei einer Fernreise mit dem Flugzeug 50 mal mehr Treibhausgase ausgestoßen als bei einer langen Autoreise im Inland. Im Mittelmeerraum gingen zwischen 1900 und 1990 durch den Bau touristischer Anlagen zwischen 40 und 80 Prozent der Dünen an den Küsten verloren.

«Der Tourismus zerstört das, was die Touristen suchen», sagte Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) anlässlich des Berichts. Er betonte aber auch: «Im Bereich Tourismus gibt es keine einfache Wahrheit».

Der Tourist sei Verursacher und Betroffener zugleich. Einige Regionen merkten schon heute die Folgen des Klimawandels. «In anderen Zielgebieten werden die Auswirkungen zukünftig spürbar werden, wenn es nicht gelingt, eine Trendwende herbeizuführen», heißt es in dem Bericht.

68 der 76 Alpengletscher hätten in den vergangenen Jahrzehnten 30 Prozent ihrer Fläche und mehr als die Hälfte ihres Volumens verloren. Für den Nord- und Ostseeraum werde in der Zukunft mit einer Zunahme von Sturmfluten sowie dem Verlust des Watts und der Boddenlandschaft gerechnet. Damit wären zwei weltweit einzigartige Biotope bedroht.

Der Tourismus hat in Deutschland einen Anteil von rund acht Prozent am Bruttosozialprodukt. 2,8 Millionen Menschen sind in der Branche beschäftigt. Der vorgelegte Bericht geht auf einen Beschluss des Bundestages zurück. Er soll ein Beitrag zu dem von den Vereinten Nationen erklärten Internationalen Jahr des Ökotourismus 2002 sein.


© Viabono

Auch die bereits seit längerem eingeführte Dachmarke «Viabono», die umweltfreundliche Tourismusangebote bündelt, soll gestärkt werden.

 

 Mehr Informationen:

Bundesumwelt- ministerium

Viabono

vista verde: Reise und Tourismus

 

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