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Bundesregierung: Umweltverträglichen
Tourismus fördern
Urlauber sollen die schönsten
Wochen des Jahres nach dem Willen der Bundesregierung künftig
umweltbewusster gestalten. Das gilt für das Ferienziel, die
Wahl des Verkehrsmittels und die Urlaubsgestaltung selbst.
Berlin (dpa) - Das Kabinett beschloss
am Mittwoch in Berlin ein Konzept zur Stärkung eines umweltverträglicheren
Tourismus. Unter anderem soll der Inlandstourismus gefördert
und die Nachfrage nach umweltorientierten Reiseangeboten gesteigert
werden. Staatliche Regulierungsinstrumente - etwa Ökoabgaben
für den Flugverkehr - sind nicht vorgesehen. Die Deutschen
gehören mit rund 157 Millionen Privatreisen zu den Reiseweltmeistern.
Die Regierung will auch die bereits
seit längerem eingeführte Dachmarke «Viabono»
stärken, die umweltfreundliche Tourismusangebote bündelt.
An «Viabono» sind auch der ADAC und der Deutsche Hotel-
und Gaststättenverband beteiligt. Der unter der Federführung
des Bundesumweltministeriums erstellte Bericht «Umweltschutz
und Tourismus» warnt vor den teils verheerenden Folgen von
Urlaubsreisen für die Natur.
So werden den Angaben zufolge
bei einer Fernreise mit dem Flugzeug 50 mal mehr Treibhausgase
ausgestoßen als bei einer langen Autoreise im Inland. Im
Mittelmeerraum gingen zwischen 1900 und 1990 durch den Bau touristischer
Anlagen zwischen 40 und 80 Prozent der Dünen an den Küsten
verloren.
«Der Tourismus zerstört
das, was die Touristen suchen», sagte Umweltminister Jürgen
Trittin (Grüne) anlässlich des Berichts. Er betonte
aber auch: «Im Bereich Tourismus gibt es keine einfache
Wahrheit».
Der Tourist sei Verursacher und
Betroffener zugleich. Einige Regionen merkten schon heute die
Folgen des Klimawandels. «In anderen Zielgebieten werden
die Auswirkungen zukünftig spürbar werden, wenn es nicht
gelingt, eine Trendwende herbeizuführen», heißt
es in dem Bericht.
68 der 76 Alpengletscher hätten
in den vergangenen Jahrzehnten 30 Prozent ihrer Fläche und
mehr als die Hälfte ihres Volumens verloren. Für den
Nord- und Ostseeraum werde in der Zukunft mit einer Zunahme von
Sturmfluten sowie dem Verlust des Watts und der Boddenlandschaft
gerechnet. Damit wären zwei weltweit einzigartige Biotope
bedroht.
Der Tourismus hat in Deutschland
einen Anteil von rund acht Prozent am Bruttosozialprodukt. 2,8
Millionen Menschen sind in der Branche beschäftigt. Der vorgelegte
Bericht geht auf einen Beschluss des Bundestages zurück.
Er soll ein Beitrag zu dem von den Vereinten Nationen erklärten
Internationalen Jahr des Ökotourismus 2002 sein.
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