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- 24.04.2002 -

 

 

 

 

 

 



 

Förderplan: Radfahren soll attraktiver werden

Deutschland soll fahrradfreundlicher werden. Das Kabinett beschloss den ersten Nationalen Radverkehrsplan 2002 bis 2012, den Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig vorgelegt hatte.

Berlin (dpa) - Radfahrer sollen danach künftig in der Verkehrsplanung von Bund und Ländern stärker berücksichtigt werden. Das Radwegenetz soll erweitert und besser vernetzt sowie Lücken geschlossen werden.

Umweltverbände unterstützten das Programm, für das in diesem Jahr 100 Millionen Euro bereit stehen. Bodewig sagte, er werde sich für eine Fortschreibung dieser Mittel einsetzen.

Die Einführung einer Helmpflicht für Radfahrer lehnte der Minister ab. Das Tragen des Kopfschutzes soll in einem freiwilligen Lernprozess durchgesetzt werden.

«Das Fahrrad ist das am meisten unterschätzte Verkehrsmittel», sagte der Minister, der selbst mit dem Drahtesel nach der Kabinettssitzung zur Pressekonferenz kam. Dabei gebe es noch ein erhebliches Potenzial zur Steigerung des Radverkehrs. Rund 25 Prozent der Autofahrten gingen über weniger als drei Kilometer. Bei solchen Entfernungen biete sich Umsteigen aufs Rad geradezu an.

Bisher würden in Deutschland nur zwölf Prozent aller Wege - insgesamt etwa 300 Kilometer pro Bürger und Jahr - aus Muskelkraft auf zwei Rädern zurückgelegt. In einzelnen Städten seien die Anteile jedoch deutlich höher, bis zu 40 Prozent. Dies zeige, dass der Radanteil in Deutschland noch deutlich wachsen könnte. Vor allem die Verkehrssituation in den Städten ließe sich damit erheblich entlasten.

Bodewig (SPD) wies ferner auf die wirtschaftliche Bedeutung des Radfahrens hin. Bei den Freizeitaktivitäten stehe das Radeln an erster Stelle noch vor Schwimmen, Skifahren oder sogar Fußball. Rund 65 Millionen Räder gebe es in Deutschland.

Allein in der Fahrradindustrie mit einem Jahresumsatz von 1,8 Milliarden Euro seien 10.000 Menschen beschäftigt. Der Minister fügte hinzu: «Trotz aller Anstrengungen und Erfolge muss das Fahrrad zu einem anerkannten, viel genutzten und gleichberechtigten Verkehrsmittel weiter entwickelt werden.»


© dpa

Verkehrsminister Kurt Bodewig auf dem Weg vom Bundeskanzleramt (im Hintergrund) zum Gebäude der Bundespressekonferenz in Berlin, wo er den Nationalen Radverkehrsplan vorstellen will.


 Mehr Informationen:

Bundesverkehrs- ministerium

vista verde: Reise und Tourismus

 

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