|
Studie
zu Getränkeverpackungen: Boom bei Einweg
Wenige Monate vor dem geplanten
Start des umstrittenen Dosenpfands boomt nach einer neuen Untersuchung
der Verkauf von Getränken in Einwegverpackungen. Zwischen
Gegnern des Zwangspfands und dem Umweltministerium ist ein Streit
um die Ursache dafür entbrannt.
Bonn/Berlin (dpa) - Nach Ansicht
der Pfand kritischen Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt
(AGVU) verdrängt das erwartete Pfand die herkömmlichen
Mehrwegverpackungen. Ministeriumssprecher Michael Schroeren nannte
das am Dienstag in Berlin «Quatsch». Der sinkende
Mehrweganteil sei «eine Folge der gezielten Verdrängungsstrategie
der Einweglobby», sagte er der dpa.
Die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung
rechnet in einer für die AGVU erstellten Studie damit, dass
in diesem Jahr 5,7 Milliarden Liter Getränke in Einwegflaschen
verkauft werden. Das sei «fast sieben Mal so viel wie 1999
beim Start der Pfanddebatte», teilte die Gesellschaft in
Bonn mit. Sie forderte Bundesumweltminister Jürgen Trittin
(Grüne) auf, das geplante Pfand zu stoppen. Schroeren verwies
darauf, das Pfand sei seit 1991 angekündigt.
Die nun beim Pfand greifende
Verpackungsverordnung geht noch auf die alte CDU/FDP-Regierung
zurück. Trittin war mit weitergehenden Plänen zum Pfand
vergangenen Sommer im Bundesrat gescheitert. Nach den Plänen
der Bundesregierung müssen Verbraucher von 2003 an erstmals
auch auf Getränke-Einwegverpackungen Pfand zahlen.
Erfasst werden alle Einwegverpackungen
mit Bier, Mineralwasser, Cola und Limonade. Hauptsächlich
betroffen sind Dosen sowie Einwegflaschen aus Glas oder Kunststoff.
Bei den Getränkekartons, den so genannten Tetra-Paks, fallen
nur die mit stillem Mineralwasser unter die neue Pfandpflicht.
|