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- 23.04.2002 -

 

 

 

 

 

 



 

Studie zu Getränkeverpackungen: Boom bei Einweg

Wenige Monate vor dem geplanten Start des umstrittenen Dosenpfands boomt nach einer neuen Untersuchung der Verkauf von Getränken in Einwegverpackungen. Zwischen Gegnern des Zwangspfands und dem Umweltministerium ist ein Streit um die Ursache dafür entbrannt.

Bonn/Berlin (dpa) - Nach Ansicht der Pfand kritischen Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU) verdrängt das erwartete Pfand die herkömmlichen Mehrwegverpackungen. Ministeriumssprecher Michael Schroeren nannte das am Dienstag in Berlin «Quatsch». Der sinkende Mehrweganteil sei «eine Folge der gezielten Verdrängungsstrategie der Einweglobby», sagte er der dpa.

Die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung rechnet in einer für die AGVU erstellten Studie damit, dass in diesem Jahr 5,7 Milliarden Liter Getränke in Einwegflaschen verkauft werden. Das sei «fast sieben Mal so viel wie 1999 beim Start der Pfanddebatte», teilte die Gesellschaft in Bonn mit. Sie forderte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) auf, das geplante Pfand zu stoppen. Schroeren verwies darauf, das Pfand sei seit 1991 angekündigt.

Die nun beim Pfand greifende Verpackungsverordnung geht noch auf die alte CDU/FDP-Regierung zurück. Trittin war mit weitergehenden Plänen zum Pfand vergangenen Sommer im Bundesrat gescheitert. Nach den Plänen der Bundesregierung müssen Verbraucher von 2003 an erstmals auch auf Getränke-Einwegverpackungen Pfand zahlen.

Erfasst werden alle Einwegverpackungen mit Bier, Mineralwasser, Cola und Limonade. Hauptsächlich betroffen sind Dosen sowie Einwegflaschen aus Glas oder Kunststoff. Bei den Getränkekartons, den so genannten Tetra-Paks, fallen nur die mit stillem Mineralwasser unter die neue Pfandpflicht.

 Mehr Informationen:

Bundesumwelt- ministerium

Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt

 

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