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- 17.04.2002 -



 

Umweltbundesamt: Nickel-Cadmium-Akkus verbieten

Nickel-Cadmium-Akkus sind in Deutschland zur Gefahr für die Gesundheit geworden: Nur rund 30 Prozent dieser Akkus werden irgendwann im Handel zurückgegeben, der Rest wandert in den Müll.

(jkm) - Auf diese Weise gelangen jährlich rund 400 Tonnen Cadmium unkontrolliert in die Umwelt. Das Umweltbundesamt schlägt jetzt vor, cadmiumhaltige Akkus zu verbieten. Technische Alternativen gibt es schon.

Seit 1998 dürfen gebrauchte Batterien und Akkus nicht mehr über den Hausmüll entsorgt werden. Trotzdem werden zwei von drei Batterien nicht recycelt, sie landen unkontrolliert im Müll. Um die Belastung der Umwelt durch Cadmium zu verringern, hilft wohl nur ein Verbot entsprechender Akkus.

Dies schlägt eine Studie des Deutsch-Französischen Instituts für Umweltforschung (DFIU) der Universität Karlsruhe vor, die im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde. Es gebe bereits erprobte Alternativen zu Nickel-Cadmium-Akkus, sagen die Forscher. Daher sei eine Beschränkung des Cadmium-Gehaltes von Batterien auf 0,002 Prozent möglich, die einem Anwendungsverbot gleichkomme.

Nickel-Cadmium-Akkus bestehen zu etwa 20 Prozent aus dem hochgiftigen Schwermetall Cadmium. Der Stoff ist als Krebs erregend eingestuft. Obwohl es alternative Akkusysteme auf Lithium- und Nickelmetallhydridbasis gibt, ist der Absatz von Nickel-Cadmium-Akkus seit zehn Jahren etwa gleich geblieben. Er liegt in Deutschland bei circa 3.000 Tonnen pro Jahr. Der Cadium- Anteil beträgt 600 Tonnen, im Recycling landen aber nur 200 Tonnen jährlich.

Die Wirtschaft ist an einem Recycling nicht wirklich interessiert, denn wiedergewonnenes Cadmium ist kaum absetzbar. Der Cadmiumpreis ist in den vergangenen Jahren drastisch gefallen - von 1995 bis 2000 um etwa 90 Prozent. Das Problem: Die Cadmiumproduktion kann dem Absatz nicht angepasst werden, da bei der Zinkproduktion cadmiumhaltige Kuppelprodukte anfallen.

Der Verbrauch von Cadmium sinkt jedoch, da es auf Grund seiner Giftigkeit in immer mehr Produkten vermieden oder untersagt wird. Inzwischen gehen drei Viertel des Absatzes in die Produktion von Nickel-Cadmium-Akkus.

Immerhin sind einige Zinkproduzenten bereits dazu übergegangen, die Kuppelprodukte nicht mehr aufzubereiten, sondern auf Sonderabfalldeponien zu entsorgen. Auf diese Weise wird Cadmium zum frühest möglichen Zeitpunkt aus dem Wirtschaftskreislauf ferngehalten.

Ein entsprechendes Akku-Verbot könnte diesen Trend fördern. Landet das Cadmium dagegen weiter unkontrolliert im Müll, belastet es die Biosphäre für immer: Es wird nicht abgebaut und reichert sich in der Umwelt an.

 Mehr Informationen:

Umweltbundesamt

 

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