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Umweltbundesamt: Nickel-Cadmium-Akkus
verbieten
Nickel-Cadmium-Akkus sind in
Deutschland zur Gefahr für die Gesundheit geworden: Nur rund
30 Prozent dieser Akkus werden irgendwann im Handel zurückgegeben,
der Rest wandert in den Müll.
(jkm) - Auf diese Weise gelangen
jährlich rund 400 Tonnen Cadmium unkontrolliert in die Umwelt.
Das Umweltbundesamt schlägt jetzt vor, cadmiumhaltige Akkus
zu verbieten. Technische Alternativen gibt es schon.
Seit 1998 dürfen gebrauchte
Batterien und Akkus nicht mehr über den Hausmüll entsorgt
werden. Trotzdem werden zwei von drei Batterien nicht recycelt,
sie landen unkontrolliert im Müll. Um die Belastung der Umwelt
durch Cadmium zu verringern, hilft wohl nur ein Verbot entsprechender
Akkus.
Dies schlägt eine Studie
des Deutsch-Französischen Instituts für Umweltforschung
(DFIU) der Universität Karlsruhe vor, die im Auftrag des
Umweltbundesamtes erstellt wurde. Es gebe bereits erprobte Alternativen
zu Nickel-Cadmium-Akkus, sagen die Forscher. Daher sei eine Beschränkung
des Cadmium-Gehaltes von Batterien auf 0,002 Prozent möglich,
die einem Anwendungsverbot gleichkomme.
Nickel-Cadmium-Akkus bestehen
zu etwa 20 Prozent aus dem hochgiftigen Schwermetall Cadmium.
Der Stoff ist als Krebs erregend eingestuft. Obwohl es alternative
Akkusysteme auf Lithium- und Nickelmetallhydridbasis gibt, ist
der Absatz von Nickel-Cadmium-Akkus seit zehn Jahren etwa gleich
geblieben. Er liegt in Deutschland bei circa 3.000 Tonnen pro
Jahr. Der Cadium- Anteil beträgt 600 Tonnen, im Recycling
landen aber nur 200 Tonnen jährlich.
Die Wirtschaft ist an einem Recycling
nicht wirklich interessiert, denn wiedergewonnenes Cadmium ist
kaum absetzbar. Der Cadmiumpreis ist in den vergangenen Jahren
drastisch gefallen - von 1995 bis 2000 um etwa 90 Prozent. Das
Problem: Die Cadmiumproduktion kann dem Absatz nicht angepasst
werden, da bei der Zinkproduktion cadmiumhaltige Kuppelprodukte
anfallen.
Der Verbrauch von Cadmium sinkt
jedoch, da es auf Grund seiner Giftigkeit in immer mehr Produkten
vermieden oder untersagt wird. Inzwischen gehen drei Viertel des
Absatzes in die Produktion von Nickel-Cadmium-Akkus.
Immerhin sind einige Zinkproduzenten
bereits dazu übergegangen, die Kuppelprodukte nicht mehr
aufzubereiten, sondern auf Sonderabfalldeponien zu entsorgen.
Auf diese Weise wird Cadmium zum frühest möglichen Zeitpunkt
aus dem Wirtschaftskreislauf ferngehalten.
Ein entsprechendes Akku-Verbot
könnte diesen Trend fördern. Landet das Cadmium dagegen
weiter unkontrolliert im Müll, belastet es die Biosphäre
für immer: Es wird nicht abgebaut und reichert sich in der
Umwelt an.
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