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- 16.04.2002 -

 

 

 

 

 

 



 

Studie: Miserables Zeugnis für Verbraucherinformation von Firmen

Die Verbraucherzentralen stellen der Informationspolitik von Unternehmen gegenüber deren Kunden in einer neuen Studie ein miserables Zeugnis aus. Firmen versprechen demnach in der Werbung meist mehr, als sie halten.

Berlin (dpa) - Besonders schlecht schnitten Finanzdienstleister ab, aber auch die Lebensmittelbranche wurde harsch kritisiert. Über die Hälfte der Unternehmen konnte bei der Untersuchung bestimmte Informationen über ihre Produkte oder Dienstleistungen nicht liefern.

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Edda Müller, stellte die Studie am Dienstag in Berlin vor - zwei Tage bevor der Bundestag erstmals über das Verbraucherinformationsgesetz debattieren will. Das Gesetz soll Verbrauchern das Recht auf freien Zugang zu Informationen über Lebensmittel und bestimmte andere Produkte bei Behörden einräumen.

Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) wollte ursprünglich einen Informationsanspruch bei allen Produkten und Dienstleistungen. Außerdem sollten auch Firmen auskunftspflichtig sein. In beiden Punkten konnte die Ministerin sich nicht durchsetzen. Stattdessen setzt die Bundesregierung zunächst auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft.

Müller kritisierte: «Die Untersuchung zeigt, dass sich die Verbraucher auf rein freiwillige Unternehmensangaben nicht verlassen können.» Viele Firmen «entziehen sich kritischen Verbraucheranfragen durch Nichterreichbarkeit, Schweigen, beschönigende oder falsche Antworten». Der vzbv fordert daher einen gesetzlich verankerten Auskunftsanspruch von Verbrauchern gegenüber Firmen und bei allen Produkten und Dienstleistungen.

Bei der nichtrepräsentativen Untersuchung zum Auskunftsverhalten von Unternehmen hatte der Verband die Autorin der Studie beauftragt, als private Verbraucherin kritische Anfragen an mehr als 150 Firmen zu stellen.

Dabei handelte es sich um Anfragen per Telefon und E-Mail bei über 70 namhaften Herstellern von Lebensmitteln, Bekleidung, Kosmetik, Spielwaren, Elektrogeräten, Einrichtungsgegenständen und Automobilen. Außerdem gab es Anfragen an 80 Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche.

Die Anfragen umfassten die Bereiche Gesundheit und Sicherheit, Tierschutz, Umweltschutz und Kinderschutz. Ferner wurden Fragen nach der sozialen Verantwortung von Unternehmen gestellt.

Laut Müller würden «vor allem Unternehmen der Lebensmittelbranche immer nur über das informieren, was die Öffentlichkeit ohnehin bereits weiß». Besondere Kritik auch an Finanzdienstleistern: Von ihnen reagierte laut vzbv etwa ein Drittel überhaupt nicht.

 Mehr Informationen:

vzbv

vista verde: Verbraucher

 

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