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- 10.04.2002 -

 

 

 

 

 

 



 

Elektroschrott: Hersteller müssen ab 2005 alte Elektrogeräte zurücknehmen

Computer, Toaster oder Waschmaschinen sollen künftig weniger Giftstoffe enthalten und nicht mehr auf der Müllkippe landen.

Straßburg (dpa) - Das sehen zwei Richtlinienentwürfe der EU-Kommission vor, denen das EU-Parlament am Dienstag grundsätzlich zugestimmt hat. Darin werden Hersteller und Importeure von Elektrogeräten ab 2005 verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen und umweltfreundlich zu entsorgen. Außerdem werden gefährliche Substanzen wie Blei, Quecksilber, Cadmium oder sechswertiges Chrom schrittweise verboten.

Strittig sind aber noch Einzelheiten des Gesetzeswerkes wie die Recycling-Quote oder die Kostenübernahme für die Entsorgung von Geräten, deren Hersteller Bankrott gemacht haben. Parlament und EU-Ministerrat müssen nun in einem Vermittlungsverfahren binnen vier Monaten einen Kompromiss finden. Die beiden Richtlinien sollen 2003 in Kraft treten. Die EU-Mitgliedsstaaten haben dann 18 Monate Zeit, diese in nationales Recht umzusetzen.

Mit der Rücknahmepflicht geht ein zehn Jahre langes Tauziehen zwischen Geräteindustrie und den EU-Institutionen zu Ende. Mit ihr will die EU-Kommission einen Anreiz für die Hersteller schaffen, Geräte so zu produzieren, dass sie leichter wiederverwertet werden können und der Müllberg kleiner wird.

Sechs Millionen Tonnen Elektroschrott fallen nach Angaben der Kommission jährlich in Europa an, davon in Deutschland allein eine Million Tonnen. Rund 90 Prozent davon werden verbrannt oder kommen auf die Mülldeponie.

Die Richtlinie sieht daher ein Wegwerfverbot vor. Ausgediente Geräte dürfen nicht mehr in den Müll getan werden, sie müssen abgegeben werden. Dafür werden in den Mitgliedstaaten Sammelstellen einrichtet. Offen ließ das Parlament, ob die Hersteller den Elektromüll von dieser Sammelstelle oder direkt an der Haustür abholen sollen.

Dies solle jedes Land selbst regeln, forderten die Abgeordneten. So könnte nach Auskunft des Berichterstatters Karl-Heinz Florenz (CDU) als Sammelstelle auch der Einzelhändler dienen, wo Kunden etwa ihren alten Rasierapparat beim Kauf eines neuen zurückgeben können.

Die Parlamentarier forderten eine verpflichtende jährliche Sammelquote von sechs Kilo pro Kopf, der Ministerrat wollte nur vier Kilo. Strittig ist auch die Recycling-Quote. Die Umweltminister verlangen je nach Gerät zwischen 50 und 85 Prozent, das Parlament forderte 60 bis 90 Prozent.

Umstritten ist auch, wer die Entsorgung von Altgeräten bezahlt, deren Hersteller Bankrott gemacht haben oder die kein Markenzeichen tragen. Für bereits gekaufte Geräte sollen die Hersteller gemeinsam die Entsorgung finanzieren. Die Kosten dafür können sie nach Vorstellung der Parlamentarier für eine Übergangszeit von zehn Jahren auf den Verkauf neuer Geräte aufschlagen.

Künftig soll jeder Hersteller oder Importeur individuell für die Entsorgungskosten garantieren. Dafür soll die Industrie nach Angaben von Berichterstatter Florenz selbst ein Garantiesystem entwickeln.

 Mehr Informationen:

Pressedienst des Europäischen Parlaments

 

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