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Weltbank: Wachstum in armen Ländern
nicht genug zur Armutsbekämpfung
Nach der weltweiten Konjunkturflaute
rechnet die Weltbank in den Entwicklungsländern in diesem
Jahr wieder mit einem Anstieg der Wachstumsrate. Allerdings dürfe
dies in vielen Fällen nicht ausreichen, um die Armut nachhaltig
zu bekämpfen.
Washington (dpa) - Besonders Rohstoff
abhängige Länder litten wahrscheinlich weiter unter
den fallenden Weltmarktpreisen, schreibt die Weltbank in ihrem
in Washington veröffentlichten Bericht zur Finanzlage der
Entwicklungsländer..
Die Weltbank, einer der wichtigsten
internationalen Kreditgeber, rechnet in diesem Jahr in den Entwicklungsländern
mit einem Wachstum von drei Prozent, 2003 von fünf Prozent.
Die diesjährige Prognose für die reichen Länder
lautet plus 0,8 Prozent.
Die Weltbank forderte die reichen
Länder auf, ihre Märkte zu öffnen und die Entwicklungshilfe
aufzustocken. «Industrieländer haben ihre technische
Hilfe zur Verbesserung des Handels aufgestockt», sagte Weltbank-Ökonom
Uri Dadush. «Aber das kann nicht eine Öffnung der Märkte
ersetzen.»
Die Preise für Kaffee, Baumwolle,
Reis, Soja und Metalle seien teilweise so tief gesunken wie nie
zuvor, berichtete die Weltbank. Entsprechend miserabel waren die
Einkünfte der Exportländer. Andere, die ihre Devisen
bislang überwiegend durch Touristen verdienten, wurden durch
den Reiseeinbruch nach den Terroranschlägen vom 11. September
getroffen.
Zudem seien die langfristigen
Kapitalflüsse in ärmere Länder im vergangenen Jahr
zum fünften Mal in Folge auf 234 Milliarden Dollar gesunken,
30 Milliarden Dollar weniger als im vergangenen Jahr und mehr
als 100 Milliarden Dollar weniger als im Rekordjahr 1997. Die
Entwicklungshilfe sei im vergangenen Jahr ein Fünftel niedriger
gewesen als 1990.
Die Weltbank will die reichen
Länder bei der Konferenz zur Finanzierung der Entwicklung,
die kommenden Montag in Monterrey (Mexiko) beginnt, in die Pflicht
nehmen.
«Immer mehr arme Länder
schaffen die nötigen Institutionen und verfolgen eine Politik
der nachhaltigen Entwicklung. Das Treffen in Monterrey ist die
historische Gelegenheit für die reichen Länder, ihre
Unterstützung für diese Anstrengungen zu zeigen, indem
sie ihre Märkte öffnen und die Entwicklungshilfe kräftig
aufstocken», sagte Weltbank-Chefökonom Nicholas Stern.
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