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- 26.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 



 

Rot-grüne Grundsatzentscheidung:
Keine Staustufen beim Donau-Ausbau

Die Donau zwischen Straubing und Vilshofen in Nieder- bayern soll nur mit umweltfreundlichen Methoden und ganz ohne Staustufen ausgebaut werden. Darauf haben sich die Fraktionsspitzen von SPD und Grünen im Bundestag verständigt.

München/Berlin (dpa) - Mit dem sanften Ausbau würden die Bedingungen für die Schifffahrt verbessert, zugleich bleibe aber der frei fließende Fluss mit seinen unschätzbaren Auenlandschaften erhalten, sagte Grünen-Fraktionschef Rezzo Schlauch in Berlin. Nur für diesen sanften Ausbau sollen Mittel des Bundes bereitgestellt werden. Mehrere Umweltverbände begrüßten die Berliner Entscheidung.

Die CDU unterstützte in Berlin die Linie der bayerischen CSU- Staatsregierung, wonach eine oder mehrere Stauanlagen gebaut werden sollen. Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) erklärte nach der Entscheidung, die getroffene Festlegung sei ein Verstoß gegen den zwischen Bayern und dem Bund geschlossenen Vertrag zum Donau-Ausbau. «So eine Lösung kommt für uns nicht in Frage», sagte Wiesheu. Bayern werde dagegen gegebenenfalls gerichtlich vorgehen.

Einschließlich der zusätzlichen Maßnahmen zum Hochwasserschutz soll der sanfte Ausbau Gutachten zufolge fast 422 Millionen Euro (825 Mio Mark) kosten. Ein maximaler Ausbau mit drei Staustufen würde dagegen mit rund 781 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Das Bundesverkehrsministerium soll nach den Worten des Grünen-Verkehrsexperten Albert Schmidt beauftragt werden, in Bayern ein Raumordnungsverfahren nur für den sanften Ausbau zu beantragen.

Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern wertete die rot-grüne Grundsatzentscheidung als Erfolg für den Natur- und Umweltschutz weit über Bayerns Grenzen hinaus. Damit werde ein Zeichen gesetzt, dass entgegen den Wünschen einer Beton- und Kanalisierungslobby künftig mit den Resten frei fließender Flüsse verantwortungsbewusster umgegangen werden müsse.

Bei dem rund 70 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen handele es sich um den letzten frei fließenden Abschnitt der Donau in Deutschland, der für die Tier- und Pflanzenwelt von größter Bedeutung ist.

Der Fluss und die angrenzenden Auen seien hier zu einer Arche Noah für Hunderte von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten geworden. Der BN-Vorsitzende Hubert Weinzierl sprach von einem «Tag der Freude» und einer «Entscheidung der Vernunft» für eine lebendige Donau.


© dpa

Ein Binnenschiff fährt auf der Donau bei Bogen (Kreis Straubing-Bogen) flussabwärts.

 

 Mehr Informationen:

Bund-Naturschutz in Bayern

Bundesverkehrs- ministerium


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