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- 11.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Opposition contra Trittin: Ökosteuer abschaffen

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat erneut eine Fortsetzung der Ökosteuer über 2003 hinaus verlangt und damit Widerspruch von CSU und FDP hervorgerufen.

Berlin (dpa) - So erklärte der steuerpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hermann Otto Solms, am Montag in Berlin: «Die Ökosteuer gehört selbstverständlich abgeschafft.» Der Finanzsprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Bartholomäus Kalb, forderte nur, auf die nächste Ökosteuer-Erhöhung zum 1. Januar 2003 zu verzichten.

Dann sollen nach dem jetzigen Gesetz die Spritsteuer in einer letzten Stufe erneut um 3,07 Cent (6 Pfennig) je Liter und 0,26 Cent (0,5 Pfennig) angehoben werden. Darauf kommen jeweils noch 16 Prozent Mehrwertsteuer.

Trittins Sprecher Michael Schroeren erwiderte: «Wenn Union und FDP jetzt lauthals die Abschaffung der Ökosteuer fordern, dann fordern sie nichts anderes als eine Erhöhung der Rentenversicherungsbeiträge.» Ohne Ökosteuer müssten diese allein in diesem Jahr um 1,5 Prozentpunkte auf 20,6 Prozent angehoben werden. «Das wäre Gift für den Arbeitsmarkt und die konjunkturelle Lage.»

Das Aufkommen aus der Ökosteuer werde sich 2003 auf rund 17 Milliarden Euro (33,2 Mrd Mark) belaufen. Bis auf rund 500 Millionen Euro zur Förderung erneuerbarer Energien fließe der Betrag aufkommensneutral in die Rentenversicherung.

Entsprechend bisherigen Grünen-Erklärungen hatte Trittin im Gespräch mit der «Financial Times Deutschland» (Montag) offen gelassen, in welcher Form die Ökosteuer zur Verteuerung von Energie fortgeführt werden soll. Überlegungen in der Partei gehen dahin, die Steuer zielgerichteter für den Umweltschutz einzusetzen. «Ich rede nicht einem blinden Fortschreiben das Wort», sagte Trittin. «Am Grundsatz festhalten und die ökologische Steuerreform positiv weiterentwickeln, das ist der richtige Ansatz.»

Kalb warnte vor einem «weiteren Abkassieren bei Bürgern und Betrieben». Trittins Aussage, die Ökosteuer wirke beschäftigungsfördernd, sei «büttenredenreif». Allenfalls hätten mehrere hundert Zöllner dank der Ökosteuer Beschäftigung erhalten.

Solms fügte hinzu: «Wer sich derart versteigt, darf sich nicht wundern, dass er am Ende nur die Spitze des grünen Elfenbeinturms erreicht.» Die Ökosteuer habe nicht den Arbeitsmarkt entlastet, sondern die Lebenshaltungskosten für alle verteuert.

 Mehr Informationen:

Bundesumwelt- ministerium

vista verde. Ökosteuer

 

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