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Kommunen: Müll-Sünder zur
Kasse bitten
Wer Getränkedosen einfach
ins Gebüsch wirft, der muss möglicherweise bald mit
einer Strafe rechnen.
Berlin (dpa) - Für die Bestrafung
der Verursacher von Straßenmüll in deutschen Städten
haben sich führende Politiker von SPD, CSU und Grünen
sowie der Deutsche Städtetag ausgesprochen, berichtet die
«Welt am Sonntag».
Sicherheit und Ordnung in den
Städten beginne mit dem Thema Sauberkeit, sagte der Hauptgeschäftsführer
des Deutschen Städtetages, Stephan Articus: «Wenn Appelle
nichts fruchten, müssen die Städte notfalls auch repressive
Maßnahmen gegen Uneinsichtige durchsetzen können.»
Hintergrund ist ein Vorstoß
der nordrhein-westfälischen Stadt Viersen, berichtet die
«Welt am Sonntag». Die Stadt hat einen Bußgeldkatalog
gegen Müll-Sünder erlassen. Die wichtigsten Strafen:
das Wegwerfen von Dosen, Zigarettenkippen oder Kaugummi kostet
15 Euro (29,3 Mark); Verunreinigungen durch Hundekot 30 Euro;
Autowaschen auf der Straße 15 Euro.
Nordrhein-Westfalens Innenminister
Fritz Behrens (SPD) sagte dem Blatt: «Wenn die Aktion der
Stadt Viersen sich im Alltag bewährt, kann sie auch ein nachahmenswertes
Beispiel für andere Kommunen sein.»
Positiv bewertete auch der stellvertretende
parlamentarische Geschäftsführer CDU/CSU-Fraktion, Peter
Ramsauer, den Vorstoß: «Weggeworfene Kaugummipapiere
sind keine Kavaliersdelikte. Das sind Flegelhaftigkeiten und Unarten.
Da soll es Strafen geben. Wichtig ist aber, dass zuerst versucht
wird, die Bürger zu überzeugen.»
Der Grünen-Rechtsexperte
Volker Beck sagte: «Wenn eine Stadt Anreize schafft, damit
die Leute ihren Müll ordnungsgemäß beseitigen,
dann können begleitende Sanktionen Sinn machen.»
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