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Deutsche Kernkraftwerke: Mehr Atomstrom
produziert
Die deutschen Kernkraftwerke
haben im vergangenen Jahr trotz des Ausstiegsbeschlusses mehr
Atomstrom erzeugt als je zuvor.
Berlin (dpa) - Die insgesamt 19
Anlagen steigerten ihren Ausstoß von 169,7 Milliarden auf
171,3 Milliarden Kilowattstunden, berichtete der Präsident
des Deutschen Atomforums, Gert Maichel, vor Journalisten am Donnerstag
in Berlin.
Die Steigerung sei auch ein Indiz
für einen weitgehend politisch ungestörten Betrieb der
meisten Atommeiler, sagte Maichel. Insgesamt könnten also
beide Seiten bisher mit der Umsetzung der Ausstiegsvereinbarung
zufrieden sein. Das entsprechend geänderte Atomgesetz sollte
am Freitag im Bundesrat endgültig verabschiedet werden. Damit
wird unter anderem der Neubau von Kernkraftwerken verboten.
Maichel hält das nach wie
vor für einen Fehler. Früher oder später sei eine
Kehrtwende zu erwarten. «Auf dem Papier war der Ausstieg
aus der Kernenergie schnell vollzogen. Genauso schnell können
wir aber sehenden Auges in eine Versorgungs- lücke tappen,
wenn wir nicht sehr rasch die Rahmenbedingungen für Alternativen
definieren», sagte das RWE-Vorstandsmitglied.
Die Frage der sicheren Endlagerung
von Atommüll sei aus seiner Sicht gelöst. Das im Atomkonsens
zwischen Regierung und Industrie ebenfalls enthaltene Moratorium
für die Erkundung des Salzstockes Gorleben sollte deshalb
so schnell wie möglich aufgehoben werden. Maichel: «Wenn
ein geeignetes Endlager zur Verfügung steht, ist es nicht
nötig, ein noch geeigneteres zu finden.»
Er hob weiter hervor, dass in
den nächsten 20 Jahren Kernkraftwerkskapazitäten bis
zu 400 000 Megawatt ersetzt oder neu gebaut werden müssten.
Deshalb gebiete es die Vernunft, die Kernkraft-Technologie als
Option für zukünftige Generationen offen zu halten -
aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen ebenso
wie für die Versorgungssicherheit.
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