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- 30.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Windanlagen auf See: Trittin erwartet Durch- bruch

Der Vermittlungsausschuss machte den Weg für das neue Naturschutzgesetz frei. Bundesumweltminister Jürgen Trittin erwartet nun einen Durchbruch für Windkraftanlagen auf See.

Berlin (dpa) - Das zwischen Bund und Ländern umstrittene Naturschutzgesetz kann nun doch in Kraft treten. Der Ver- mittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat stimmte dem Gesetzentwurf von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) am Dienstagabend in Berlin mit den Stimmen aller SPD-regierten Länder zu. Trittin war zuvor einigen Ländern noch entgegen gekommen.

So setzte das SPD/FDP-regierte Rheinland-Pfalz Erleichterungen für kleine Winzerbetriebe durch. Zuvor hatte das Land zusammen mit Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sowie den unionsregierten Ländern im Bundesrat gegen das Gesetz gestimmt.

Das neue Recht, dem der Bundestag noch zustimmen muss, schreibt Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft als Naturschutz- auflagen das Wirtschaften nach «guter fachlicher Praxis» vor. Außerdem räumt es Verbänden auch auf Bundesebene ein Klagerecht neu ein. Das Gesetz soll den Erhalt der Artenvielfalt fördern und die ökologische Agrarwende unterstützen. Die Naturschutzverbände werden gestärkt.

Trittin: Durchbruch für Windkraftanlagen auf See

Trittin erwartet vom neuen Naturschutzgesetz auch einen Durchbruch für Windkraftanlagen auf See. Bis zum Jahr 2030 könnten insgesamt 25 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland im Jahr 1998 aus Windkraft gedeckt werden, sagte Trittin vor Journalisten. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 15 Prozentpunkte, könnten von Off-Shore-Anlagen kommen, die restlichen zehn Prozentpunkte von Windanlagen an Land.

Das Gesetz soll die Rechts- und Planungssicherheit für die Windkraftanlagen auf See stärken, sagte Trittin. Es könnten Standorte ausgewiesen werden, die vorrangig für Windkraft geeignet sind, weil weder Gründe des Naturschutzes oder des zivilen und militärischen Schiffsverkehrs dagegen sprächen.

Schleswig-Holsetin decke bereits heute durchschnittlich 25 Prozent seines Energieverbrauchs aus Windkraft. Für die Anlage von Windparks auf See hätten sich bereits 66 Antragsteller gemeldet.

Trittin rechnet damit, dass schon in zwei oder drei Jahren Windparks beispielsweise vor der ostfriesischen Insel Borkum installiert werden könnten. Die Kosten je Kilowattstunde Strom aus Windkraft betrügen nur die Hälfte des Preises für Strom aus deutscher Steinkohle.


© Nordex

Bis zum Jahr 2030 könnten 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland durch Windkraftanlagen auf See gedeckt werden.

 Mehr Informationen:

Bundesumwelt- ministerium

vista verde: Windkraft

 

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