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- 24.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Lkw-Maut: Streit neu entbrannt

Kurz vor der in der nächsten Woche geplanten Verab- schiedung der Lkw-Maut im Bundesrat ist der Streit
um die Straßennutzungsgebühr neu entbrannt.

Berlin/Frankfurt/Main (dpa) - Der Verband der Automobilindustrie hat die Bundesländer aufgefordert, das Gesetz abzulehnen. Der Bahnlobby-Verband «Allianz pro Schiene» verlangte dagegen am Donnerstag in Berlin, von vornherein schon eine kontinuierliche Steigerung der Mauthöhe vorzusehen.

Vor allem komme es aber darauf an, das das Gesetz zur Ein- führung der Maut jetzt endgültig zu beschließen und unumkehr- bar zu machen, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Norbert Hansen. Es sei aber zu befürchten, dass der Bundesrat den Vermittlungsausschuss anrufen werde.

Die Bundesregierung will 2003 eine Maut für Lastwagen ab 12 Tonnen auf allen Autobahnen einführen. Die Mauthöhe soll durchschnittlich 15 Cent pro Kilometer betragen und abhängig von Achszahl und Schadstoffausstoß erhoben werden. Die Re- gierung erwartet Gesamteinnahmen von rund 3,4 Milliarden Euro.

Der Verband der Automobilindustrie machte geltend, dass viele mittelständische Transportunternehmen diese zusätzlichen Belastungen nicht verkraften könnten. «Die Renditen im Transportgewerbe reichen bei vielen Betrieben bereits heute nach der vierten Stufe der Ökosteuer nicht mehr zum Überleben», sagte Verbandspräsident Bernd Gottschalk. Tausende von Arbeitsplätzen würden gefährdet.

Hansen erklärte demgegenüber: «Das sind Horrormärchen der Lkw- Lobby.» Vielmehr werde die Maut die Wettbewerbsposition der deutschen Spediteure mittelfristig stärken, weil die Gebühr auch von ausländischen Lkw bezahlt werden müsse. Die Befürch- tung, dass das heimische Gewerbe ruiniert werde, habe sich auch in der Schweiz ein Jahr nach Einführung der Maut nicht bestätigt.

Der Generalsekretär im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, Hans Werder, berichtete, das das Wachstum des Straßengüterverkehrs durch die Lkw-Maut in der Schweiz auf allen Straßen gebremst worden sei. Vor Einführung der Abgabe Anfang 2001 habe es ein durchschnitt- liches jährliches Wachstum von sechs Prozent gegeben.

Im vorigen Jahr sei die Fahrleistung im Straßengüterverkehr um drei Prozent zurückgegangen. In der Schweiz werde ein bis zwei Cent pro Tonnenkilometer erhoben. Zum Beispiel müsse ein 40-Tonner 40 Cent pro Kilometer zahlen. Im Durchschnitt liege die Gebühr doppelt so hoch wie die künftige Maut in Deutschland.

 Mehr Informationen:

Bundesverkehrs- ministerium

vista verde: Verkehr

 

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