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Weltbank: Unternehmen sollen sich mehr
in armen Ländern engagieren
Die Weltbank-Gruppe fordert
ein verstärktes Engagement europäischer Unternehmen
bei Infrastrukturprojekten in armen Ländern.
Frankfurt/Main (dpa) - Der Staat
könne dort häufig nicht für eine ausreichende Versorgung
mit Strom, Wasser und Straßennetzen sorgen, sagte Oltmann
Siemens, Repräsentant der Weltbank- Gruppe, am Mittwoch in
Frankfurt.
«Das Problem ist, dass wir
alle zu lange auf ein Pferd gesetzt haben, nämlich auf die
öffentliche Hand». Die verfüge in vielen Ländern
jedoch weder über die finanziellen Möglichkeiten noch
über das Wissen, eine umfassende Infrastruktur aufzubauen.
Ein verstärktes Engagement
der Unternehmen könne helfen, die Armut zu reduzieren. Denn
ohne Strom- und Wassernetz müssten die Armen häufig
einen Großteil ihres Einkommens für den Kauf von Wasser
oder Energie aufwenden.
Mit Finanzierungshilfen durch
die Weltbank und Kreditinstitute sowie Absicherungen durch die
Regierungen stünden die Unternehmen aber nicht allein da,
betonte Siemens. Die Hauptfrage für potenzielle Investoren
in ärmeren Ländern sei jedoch, «ob der Staat dort
bereit ist, sich an Konzessionsver- träge zu halten».
Sonst schreckten Unternehmen vor einem Engagement zurück.
Um Möglichkeiten auszuloten,
treffen sich auf Initiative der Weltbank rund 800 Vertreter von
Unternehmen und Regierungen bei einem Kongress ab 22. Januar in
Frankfurt.
Die Versorger E.ON und RWE, Siemens
sowie die Fraport AG seien Beispiele für Privatunternehmen,
die in Infrastruktur im Ausland investierten. Die Betreibergesellschaft
des Frankfurter Flughafens engagiere sich beispielsweise beim
Betrieb des Flughafens in Manila auf den Philippinen.
«Wenn ein gutes Unternehmen
sagt, ich gehe nach Afrika, dann folgen die Banken», sagte
Siemens. Im vergangenen Jahr seien von deutschen Kreditinstituten
250 Millionen Dollar (283 Mio Euro/553 Mio DM) für Infrastrukturprojekte
bewilligt worden.
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