|
Lebensmittel: Werbekampagne soll Bio-Siegel
bekannt machen
Das neue Bio-Siegel für
Ökoprodukte, ein Vorzeigeprojekt von Verbraucherschutzministerin
Renate Künast, wird jetzt mit einem massiven Werbefeldzug
in Stadt und Land bekannt gemacht.
Berlin (dpa) - Künast (Grüne)
gab am Dienstag auf der Grünen Woche in Berlin das Startsignal
für die Aktion mit Anzeigen, Fernsehspots und Plakaten mit
einem Etat von 7,5 Millionen Euro (14,6 Mio DM). Das staatliche
Gütezeichen ist seit vergangenem September auf dem Markt
und bislang auf etwa 1300 Öko-Lebensmitteln zu finden.
Ziel sei, das Bio-Siegel rasch
beim Verbraucher bekannt zu machen sowie Landwirte und Wirtschaft
zu motivieren, ihre Waren damit zu kennzeichnen, sagte Künast.
Das Gütezeichen ist ein Baustein des Künast-Plans, den
Anteil der ökologischen Anbaufläche von derzeit etwa
drei Prozent bis 2010 auf 20 Prozent auszudehnen.
«Das ist ambitioniert und
durchaus realistisch», sagte sie. Österreich etwa habe
bereits zehn Prozent Öko-Landbau, und Schweden wolle den
Anteil sogar auf 25 Prozent steigern.
Die Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln
ist infolge der BSE-Krise nach Angaben Künasts um ein Drittel
gestiegen. Der Umsatz bei Bio- Produkten wird für das abgelaufene
Jahr auf 2,5 Milliarden bis 3 Milliarden Euro bei einem Lebensmittel-Gesamtumsatz
von 127 Milliarden Euro geschätzt.
«Tatsache ist, die Verbraucher
wollen mehr Öko», sagte Künast. Die Bundesregierung
werde Landwirte bei der Umstellung auf Öko-Produktion unterstützen.
Für das Bundesprogramm Ökolandbau würden in diesem
und nächsten Jahr jeweils 35 Millionen Euro bereitgestellt.
Die bundesweite Werbekampagne
für das Bio-Siegel startet am 18. Februar. Mit dem Bio-Siegel
dürfen Produkte gekennzeichnet werden, die den Kriterien
der EG-Ökoverordnung entsprechen und deren Zutaten zu mindestens
95 Prozent aus dem Öko-Landbau stammen.
Verboten sind der Einsatz von
gentechnisch veränderten Organismen, chemischen Pflanzenschutzmitteln,
mineralischen Düngern und Antibiotika im Futter. Außerdem
muss die Tier- haltung artgerecht und flächengebunden sein.
Das Bio-Siegel ersetzt nicht Zeichen der Öko-Anbauverbände
oder Eigenmarken.
Parallel zu dem gesetzlich abgesicherten
Bio-Siegel arbeiten Wirtschaft, Handel und Industrie derzeit an
einem privaten Prüfzeichen für Fleisch aus herkömmlicher
Produktion, das dem Verbraucher nach der BSE-Krise wieder Vertrauen
geben soll.
Die FDP kritisierte, das Bio-Siegel
gaukele dem Verbraucher mehr Sicherheit nur vor. Es basiere auf
veralteten Qualitätsstandards. Der Deutsche Bauernverband
(DBV) forderte Künast auf, rasch auf eine Novellierung der
EG-Ökoverordnung zu dringen, damit das Siegel nicht zu Wettbewerbsverzerrungen
zu Lasten der deutschen Öko-Bauern führe.
|