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- 15.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Lebensmittel: Werbekampagne soll Bio-Siegel bekannt machen

Das neue Bio-Siegel für Ökoprodukte, ein Vorzeigeprojekt von Verbraucherschutzministerin Renate Künast, wird jetzt mit einem massiven Werbefeldzug in Stadt und Land bekannt gemacht.

Berlin (dpa) - Künast (Grüne) gab am Dienstag auf der Grünen Woche in Berlin das Startsignal für die Aktion mit Anzeigen, Fernsehspots und Plakaten mit einem Etat von 7,5 Millionen Euro (14,6 Mio DM). Das staatliche Gütezeichen ist seit vergangenem September auf dem Markt und bislang auf etwa 1300 Öko-Lebensmitteln zu finden.

Ziel sei, das Bio-Siegel rasch beim Verbraucher bekannt zu machen sowie Landwirte und Wirtschaft zu motivieren, ihre Waren damit zu kennzeichnen, sagte Künast. Das Gütezeichen ist ein Baustein des Künast-Plans, den Anteil der ökologischen Anbaufläche von derzeit etwa drei Prozent bis 2010 auf 20 Prozent auszudehnen.

«Das ist ambitioniert und durchaus realistisch», sagte sie. Österreich etwa habe bereits zehn Prozent Öko-Landbau, und Schweden wolle den Anteil sogar auf 25 Prozent steigern.

Die Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln ist infolge der BSE-Krise nach Angaben Künasts um ein Drittel gestiegen. Der Umsatz bei Bio- Produkten wird für das abgelaufene Jahr auf 2,5 Milliarden bis 3 Milliarden Euro bei einem Lebensmittel-Gesamtumsatz von 127 Milliarden Euro geschätzt.

«Tatsache ist, die Verbraucher wollen mehr Öko», sagte Künast. Die Bundesregierung werde Landwirte bei der Umstellung auf Öko-Produktion unterstützen. Für das Bundesprogramm Ökolandbau würden in diesem und nächsten Jahr jeweils 35 Millionen Euro bereitgestellt.

Die bundesweite Werbekampagne für das Bio-Siegel startet am 18. Februar. Mit dem Bio-Siegel dürfen Produkte gekennzeichnet werden, die den Kriterien der EG-Ökoverordnung entsprechen und deren Zutaten zu mindestens 95 Prozent aus dem Öko-Landbau stammen.

Verboten sind der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen, chemischen Pflanzenschutzmitteln, mineralischen Düngern und Antibiotika im Futter. Außerdem muss die Tier- haltung artgerecht und flächengebunden sein. Das Bio-Siegel ersetzt nicht Zeichen der Öko-Anbauverbände oder Eigenmarken.

Parallel zu dem gesetzlich abgesicherten Bio-Siegel arbeiten Wirtschaft, Handel und Industrie derzeit an einem privaten Prüfzeichen für Fleisch aus herkömmlicher Produktion, das dem Verbraucher nach der BSE-Krise wieder Vertrauen geben soll.

Die FDP kritisierte, das Bio-Siegel gaukele dem Verbraucher mehr Sicherheit nur vor. Es basiere auf veralteten Qualitätsstandards. Der Deutsche Bauernverband (DBV) forderte Künast auf, rasch auf eine Novellierung der EG-Ökoverordnung zu dringen, damit das Siegel nicht zu Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der deutschen Öko-Bauern führe.

© BMVEL

 

 Mehr Informationen:

Das neue Bio-Siegel

vista verde: Umweltzeichen und Label

 

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