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- 07.01.2002 -

 

 

 

 

 

 



 

EU-Energiesteuern: Spanien will Deutschland entgegenkommen

Nach Jahre langer Blockade von EU-weiten Energiesteuern hat Spanien in Brüssel erstmals unmissverständlich Einigungsbereitschaft gezeigt.

Brüssel (dpa) - «Die Voraussetzung ist, dass es einen euro- päischen (Energie-) Binnenmarkt gibt», sagte der spanische Wirtschaftsminister Rodrigo Rato am Montag vor dem Wirt- schafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments. Spanien führt seit Jahresbeginn die turnusmäßig wechselnde EU-Ratspräsidentschaft.

«Dies verlangt gleiche Regeln und gleiche Liberalisierung», sagte Rato mit Blick auf den - bisher nicht existierenden - einheitlichen Energie-Binnenmarkt. Es gibt derzeit große Unterschiede bei der Energiebesteuerung in der Union. Deutschland, wo über die Ökosteuer der Energieverbrauch besteuert wird, gehört in Brüssel zu den Befürwortern einer solchen Steuer. Die Mehrzahl der EU-Staaten hat vor allem die Klimaschutzziele von Kyoto im Blick, und dazu muss der Ausstoß von Treibhausgasen sinken.

Laut Rato sollte die EU zweigleisig vorgehen. Zum einen müsse die Gesetzgebung zur Marktöffnung vorangetrieben werden, zum anderen müsse die Angleichung von Steuern angegangen werden. Vorstöße zu einer Steuerangleichung im EU-Energie- sektor waren in den vergangenen Jahren stets an dem erbitterten Widerstand Spaniens und Irlands gescheitert. Brüsseler Branchenbeobachter berichteten, Spanien wolle Zugang zu russischen Gaslieferungen erlangen und sei deshalb an einer weiteren Marktöffnung interessiert.

Die von Spanien verlangte Vorbedingung der Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte in Europa ist bisher unter den EU-Staaten umstritten. Beim Stockholmer EU-Gipfel Ende März 2001 wurden keine konkreten Terminvorgaben für die Liberalisierung vereinbart. Das sonst auf schnelle Marktöffnung pochende Deutschland erkannte bei diesem Punkt die besondere Situation Frankreichs an und wollte keinen Konflikt daraus machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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