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State of the World 2006: China und Indien entscheidend
Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas und Indiens
kann eine der stärksten Bedrohungen oder eine der größten
Chancen für die Welt bedeuten. Zu diesem Ergebnis kommt das
Worldwatch Institute in seinem Bericht "State of the World
2006".
(pte) - Der dramatische Aufstieg von China und Indien bedeutet
eine der stärksten Bedrohungen und eine der größten
Chancen für die Welt. Zu diesem Ergebnis kommt das Worldwatch
Institute in der aktuellen Studie "State
of the World 2006". Die Entscheidungen, die diese beiden
Nationen in den nächsten Jahren treffen, werden die Welt
entweder in eine Zukunft mit einer steigenden ökologischen
und politischen Instabilität oder aber mit einer Entwicklung
führen, die auf leistungsfähigen Technologien und einer
verantwortlicheren Nutzung der vorhandenen Ressourcen beruht.
Christopher Flavin, der Präsident von Worldwatch, erklärte,
dass der steigende Bedarf an Energie, Nahrung und Rohmaterialien
von rund 2,5 Milliarden Chinesen und Indern bereits heute weltweit
zu Auswirkungen führe. "Gleichzeitig lässt der
Rekordkonsum in Amerika und Europa nur wenig Raum für das
im asiatischen Raum anstehende Wachstum." Der daraus resultierende
Ressourcenengpass werde bereits bei Streitigkeiten über steigende
Ölpreise in Indonesien, die steigende Belastung der Wälder
und Fischgründe Brasiliens sowie durch den Verlust von Arbeitsplätzen
in Mittelamerika sichtbar.
Zwei Planeten erforderlich
Die Vereinigten Staaten konsumieren pro Person noch immer drei
Mal so viel Getreide wie in China und fünf Mal soviel wie
in Indien. Der Kohlendioxidausstoß pro Kopf erreicht sechs
Mal den Wert Chinas und 20 Mal jenen von Indien. Konsumierten
China und Indien Ressourcen in diesem Ausmaß und verursachten
die dementsprechende Umweltverschmutzung wären zwei Planeten
Erde erforderlich, nur um diese beiden Wirtschaftssysteme aufrechtzuerhalten.
Es habe die Wissenschafter ermutigt, dass in China und Indien
eine steigende Anzahl der Meinungsbildner bereits erkannt hat,
dass das ressourcenintensive Modell des wirtschaftlichen Wachstums
im 21. Jahrhundert nicht mehr funktionieren kann. In China liefert
die Nutzung der Sonnenenergie bereits das Warmwasser für
35 Millionen Gebäude. In Indien ermöglichen die Pionierleistungen
bei der Nutzung von Regenwasser bereits sauberes Wasser für
Zehntausende Haushalte. China und Indien könnten sich laut
Flavin innerhalb von zehn Jahren zu den führenden Nationen
in den Bereichen erneuerbare Energien und Landwirtschaft werden.
Im Jahr 2005 verbrauchte China laut Worldwatch Institute allein
26 Prozent des weltweit produzierten Stahls, 32 Prozent des Reises
und 47 Prozent des Zements. Obwohl der Ressourcenverbrauch pro
Kopf noch immer gering ist, schließen sich China und Indien
mit ihrer großen Bevölkerung Amerika und Europa als
ökologische Supermächte an und werden mit ihren Anforderungen
an das Ökosystem des Planeten jene anderer Nationen bei weitem
übertreffen. Die Details der Studie finden sich im Internet.
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