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Klimaschutz: Hoffen auf Kyoto 2
Auf dem Klimagipfel in Montreal einigten sich
die Teilnehmer trotz der Blockladehaltung der USA auf eine Weiterentwicklung
des Kyoto-Protokolls in den nächsten Jahren.
(vv) - Die Weltklimakonferenz in Montreal hat ihr wichtigstes
Ziel erreicht: Die Weiterentwicklung der Klimarahmenkonvention
sowie des Kyoto-Protokolls über das Jahr 2012 hinaus. Damit
sei langfristige Planungssicherheit für weltweite Investitionen
in die Kohlendioxid-Reduktion gewährleistet, teilte die Bundesregierung
mit.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bezeichnete das Ergebnis
als "eine historische Übereinkunft". Die Klimakonferenz
habe deutlich gemacht, dass der weltweite Klimawandel nur durch
gemeinsames Handeln aufzuhalten sei und dass dabei kein Land ausgegrenzt
werden dürfe.
"Es ist gelungen, auch die Schwellenländer in den Dialog
darüber einzubeziehen, wie jedes Land seinen eigenen Beitrag
leisten kann", erklärte der Minister und zeigte sich
optimistisch, dass es bis 2009 gelingen werde, neue internationale
Klimaschutzziele zu vereinbaren.
Umsetzung und Fortschreibung des Kyoto-Protokolls
Eines der wichtigsten Ergebnisse der Konferenz ist die Annahme
eines Regelwerkes zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls durch die
157 Unterzeichnerstaaten. Damit können nun die einzelnen
im Kyoto-Protokoll festgelegten Instrumente genutzt werden, so
etwa der Emissionshandel und die Durchführung umweltfreundlicher
Projekte in Entwicklungsländern. Auch die Voraussetzungen
für die Überprüfung der übernommenen Verpflichtungen
wurden damit geschaffen.
In den nächsten Jahren wollen die Mitgliedsländer über
die Fortschreibung des Kyoto-Protokolls beraten und neue Reduktionsziele
für die Zeit ab 2012 festlegen. Dann läuft das jetzt
vereinbarte Protokoll aus. Einigkeit besteht laut Bundesregierung
darin, dass es keine Lücke geben darf und die Entwicklungsländer
künftig einbezogen werden müssen. Schon im Mai nächsten
Jahres werde es in Bonn auf Arbeitsebene eine erste Konferenz
geben, um die Grundlagen für ein "Kyoto 2" zu erarbeiten.
Nicht durch einzelne Blockierer aufhalten lassen
Auch die Umweltverbände begrüßten das Ergebnis
der Konferenz. Greenpeace-Klimaexpertin Gabriela von Goerne sagte,
mit der Entscheidung für Kyoto 2 erwache das Protokoll zum
Leben wie Phönix aus der Asche. Die Umweltstiftung WWF urteilte,
trotz kleinerer Schönheitsfehler seien die Ergebnisse ermutigend
und eine klare Absage an den Blockadekurs der US-Regierung. "Es
geht voran und das ist auch dringend notwendig", heisst es
vom WWF. Der Gipfel sei insgesamt ein Erfolg. Dennoch müsse
das Tempo im Klimawandel erheblich erhöht werden. Leider
sei der Klimawandel immer noch schneller als die Politik.
Die internationale Staatengemeinschaft sollte sich nicht durch
einzelne Blockierer aufhalten lassen, meint der Wissenschaftliche
Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU).
Solange eine Umorientierung in der Klimapolitik der US-Regierung
nicht zu erwarten sei, empfiehlt der WBGU die verstärkte
Zusammenarbeit mit den klimapolitisch fortschrittlichen US-Bundesstaaten
sowie die Unterstützung weltweiter Städtebündnisse
für den Klimaschutz.
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