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- 18.11.2005 -

 

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100-Dollar-Laptop für jedes Kind

Wie überbrückt man die "digitale Kluft" zwischen Nord und Süd? Ein preiswerter Laptop würde Millionen Kindern neue Bildungschancen eröffnen, glaubt Media Lab-Gründer Nicholas Negroponte. Er stellte nun seinen 100-Dollar-Laptop vor.

(vv) - Der amerikanische Informatiker und Prophet des digitalen Zeitalters Nicholas Negroponte stellte auf dem Weltinformationsgipfel in Tunis den Prototypen eines Billig-Rechners für die Dritte Welt vor. Der Gründer und Direktor des Media Labs am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) will mit seiner 100-Dollar-Laptop-Initiative die "digitale Kluft" zwischen Industrie- und Entwicklungsländern überbrücken. Seine Vision: Schülern in Entwicklungsländern mit bezahlbarer Hard- und Software den Anschluss ans Internetzeitalter zu ermöglichen.

"Bildung ist für jedes Weltproblem – dazu gehören auch so große wie Krieg, Armut oder Umweltzerstörung – die Lösung oder ein Teil der Lösung", sagte Negroponte im Interview mit der "Zeit". Es gehe darum, "das Lernen zu einer kontinuierlichen Erfahrung zu machen, mit einem Laptop für jedes Kind".

 


© Design Continuum

Über die Handkurbel lässt sich der Akku des 100-Dollar-Laptops wieder aufladen.

 

Der Laptop soll nicht frei erhältlich sein, sondern an die Bildungsministerien interessierter Staaten verkauft und an Schüler verteilt werden. 100 Millionen Laptops sollen in den nächsten Jahren ausgeliefert werden. Die WLAN-fähigen Geräte werden mit einer abgespeckten Version des Open-Source-Betriebssystems Linux betrieben. Der niedrige Preis soll vor allem mit dem Einsatz besonders billiger Displays erreicht werden.

Für die Energieversorgung verfügen die Geräte über eine kleine Handkurbel, mit der sich der Akku wieder aufladen lässt. Eine Minute Kurbeln soll für zehn Minuten Betrieb reichen. Wo Strom vorhanden ist, übernimmt ein Netzteil die Versorgung.

Die Kinder sollen die Laptops ständig mit sich herumtragen können und Sprachen, Mathematik, Naturwissenschaften, Geografie und Ökonomie an ihnen lernen. Aber der Rechner soll auch Spaß machen: Spiele und Online-Chats mit Freunden sowie das Komponieren von Musik ist ebenfalls möglich.

Die Multimedia-Möglichkeiten des Laptop sollen laut Technology Review helfen, den Kindern komplexe Themen zu vermitteln – beispielsweise die globale Erwärmung, die sich visuell besser darstellen lässt. Durch die Internet-Anbindung sollen die Kinder und Jugendlichen außerdem in Kontakt mit dem Rest der Welt kommen.

Negroponte setzt dabei konsequent auf Open-Source-Software, die er als Schlüsseltechnologie für den Bildungssektor in Entwicklungsländern bezeichnete. Die Software soll für sämtliche Länder lokalisiert werden, in denen der Laptop angeboten wird. Er hofft hier auf die Mitarbeit der Open-Source-Gemeinde.

 

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 Mehr Informationen:

MIT Media Lab: $100 Laptop

In den Medien: Die Welt - Spiegel Online - heise online - Die Zeit - Technology Review - taz

 

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