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Müll statt Hilfe: Computerschrott geht in Entwicklungsländer
Viele alte Computer aus den USA gehen als Hilfsgüter
in Entwicklungsländer. Doch die meisten dieser PCs sind in
Wahrheit Elektroschrott, meint eine US-Umweltorganisation.
(pte) - Alte Computer für Entwicklungsländer halten
nicht immer das, was sie versprechen. Die exportierten Geräte
sind meist für den Gerbrauch zu Hause, in Schulen oder im
Geschäftsleben nicht zu gebrauchen und auch nicht mehr zu
reparieren. Zusätzlich verursachen sie vor Ort große
Umweltprobleme. Zu diesem Ergebnis kommt das Basel
Action Network (BAN) in ihrem Report "The Digital Dump:
Exporting Reuse and Abuse to Africa". Konkret bezieht sich
die Organisation auf Nigeria. Die Situation dort soll vergleichbar
mit den meisten Entwicklungsländern sein.
Recycling-Kosten sparen
Der Report
wirft Entsorgungsfirmen in den Vereinigten Staaten vor, dass unbrauchbares
Equipment einfach an Entwicklungsländer abgegeben wird, um
so Recycling-Kosten einzusparen. Unter dem Deckmantel der "Schaffung
einer digitalen Brücke in die ärmeren Länder"
werden die Nebeneffekte verschleiert, so der Report. Alleine in
den USA fallen dieses Jahr mehr als 63 Mio. Computer für
die Entsorgung an. Ein Computer-Monitor beinhaltet durchschnittlich
bis zu vier Kilogramm an Drähten, Plastik, feuerfesten Substanzen
und Kadmium.
50 - 80 % des US-Elektroschrotts landet in der
3. Welt
Bereits
im Jahr 2002 konstatierte BAN, dass zwischen 50 und 80 Prozent
des elektronischen Abfalls der USA unter unregulierten Verhältnissen
in China, Indien, Pakistan und anderen Entwicklungsländern
auseinandergebaut und verwertet werden. Der neue Report behauptet
auch, dass die US-Amerikaner glauben würden, ihre alten Computer
werden für einen guten Zweck verwendet. Die Organisation
kämpft auch für die Umsetzung der Baseler Konvention,
worin die UNO versucht, den Handel mit gefährlichem Abfall
zu unterbinden. Die USA sind die einzige Industrienation, die
das Abkommen bis dato nicht ratifiziert haben.
400.000 gebrauchte PCs im Monat
Als Beispiel für die Dimension der Abfallbeseitigung wird
der nigerianische Hafen in Lagos angeführt. Hier sollen im
Monat geschätzte 500 Container mit elektronischem Material
ankommen. Ein Behälter beinhaltet rund 800 Computer. Im Monat
sollen es insgesamt 400.000 gebrauchte Rechner sein. Trotz der
zunehmenden Technologisierung des Landes mangelt es Nigeria laut
BAN nach wie vor an der entsprechenden Infrastruktur für
die Wiederverwertung der Computer. Viele würden daher auf
Deponien landen, wo toxische Substanzen dann das Grundwasser verschmutzen.
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