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Alternative Nobelpreise vergeben
Die Alternativen Nobelpreise gehen in diesem
Jahr an Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten aus Kanada, Malaysia,
Botswana und Mexiko.
(vv) - Der "Alternative Nobelpreis" (Right
Livelihood Award) geht in diesem Jahr an den mexikanischen
Künstler Fransisco Toledo, die kanadischen Globalisierungskritiker
Tony Clarke und Maude Barlow, die malaysische Menschenrechtsaktivistin
Irene Fernandez und die botswanische Ureinwohnerorganisation "First
People of the Kalahari" und ihren Gründer Roy Sesana.
Mit dem Preis werden Menschen ausgezeichnet, die sich für
Gerechtigkeit, fairen Handel, Umweltschutz und Menschenrechte
einsetzen, teilte die Right-Livelihood-Stiftung des Deutschschweden
Jakob von Uexküll am Donnerstag in Stockholm mit.
Der mexikanische Künstler Francisco
Toledo erhält einen undotierten Ehrenpreis für die
Förderung der lokalen Kultur in Oaxaca und den Erhalt des
natürlichen und kulturellen Erbes der Region. Die beiden
Kanadier Maude
Barlow und Tony Clarke haben sich für einen gerechten
Welthandel und das Menschenrecht auf Wasser eingesetzt. Die Malaysierin
Irene
Fernandez wird geehrt für ihren "herausragenden
und mutigen Einsatz zum Stopp von Gewalt gegen Frauen und den
Mißbrauch von Zuwanderern und armen Arbeitern".
Die "First
People of the Kalahari" setzen sich für die Rechte
der früher als "Buschmänner" bezeichneten
Ureinwohner in Botswana ein. Ihr Führer Roy Sesana macht
seit 1992 auf die Vertreibung der "Buschleute" aus dem
Kalahari-Wildpark aufmerksam. Der frühere Medizinmann war
kurz vor Bekanntgabe der Auszeichnung in seiner Heimat verhaftet
worden.
Von Uexküll hatte vor
25 Jahren mit den Einnahmen aus dem Verkauf einer wertvollen
Briefmarken-Sammlung die Right-Livelihood-Stiftung gegründet,
die jährlich den "alternativen Nobelpreis" vergibt.
Der Preis wird von einer internationalen Jury vergeben und am
9. Dezember im schwedischen Parlament überreicht. Das Preisgeld
beträgt umgerechnet etwa 213.000 Euro.
Auch kleine Schritte bewirken etwas
Die Lausitzer Rundschau schreibt in einem Kommentar: "In
diesem Jahr erhalten Menschenrechts- und Umweltaktivisten den
Preis. Die Stiftung machte damit einmal mehr deutlich: Ja, es
gibt Alternativen. Alternativen zur Verknappung und Kommerzialisierung
des lebensnotwendigen Wassers. Alternativen zur Zerstörung
traditioneller Lebensformen und Kulturen. Ja, Widerstand gegen
die Misshandlung von Menschen ist möglich. Dafür werden
die Preisträger 2005 geehrt. Und vielleicht gelingt ihnen
auch irgendwann der Schritt aus der Anonymität, wie es im
vergangenen Jahr mit einer Preisträgerin aus dem Jahre 1984
geschah. Wangari
Maathai hatte damals den Preis bekommen für ihr Engagement
im Umweltschutz in Kenia. Genau 20 Jahre später war ihre
Botschaft zum Allgemeingut der Menschheit geworden. Die 'Mutter
der Bäume' erhielt den Friedensnobelpreis. Verbunden mit
dieser Ehrung war die Anerkennung der Tatsache, dass auch kleine
Schritte etwas bewirken und nicht nur oder vor allem große
Visionen."
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