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Alternative zum Kyoto-Protokoll?
Die USA wollen gemeinsam mit Australien, Japan,
China, Indien und Südkorea einen neuen "Energiepakt"
als Ergänzung zum Kyoto-Protokoll ins Leben rufen.
(vv) - Nach Presseberichten haben die USA, China, Indien, Südkorea
und Australien ein gemeinsames Technologieabkommen geschlossen,
dass nach Aussage des australischen Umweltministers Ian Campbell
eine Alternative zum Kyoto-Protokoll darstellen soll. Durch den
Einsatz neuer Technologien sollen Treibhausgasemissionen reduziert
werden, ohne das wirtschaftliche Wachstum zu beeinträchtigen.
Dies teilte das Bundesumweltministerium mit. Die genannten Staaten
verursachen nach eigenen Angaben ca. 40 Prozent der weltweiten
Treibhausgasemissionen.
Das Bundesumweltministerium geht nicht davon aus, dass die an
dem Technologieabkommen beteiligten 'Kyoto-Staaten' dies als Ersatz
für das Kyoto-Protoll ansehen. Das Protokoll, mit dem erstmals
völkerrechtlich verbindliche Obergrenzen für den Ausstoß
von Treibhausgasen in Industriestaaten vereinbart wurden - zunächst
für den Zeitraum 2008-2012 - ist auch von China, Indien,
und Südkorea ratifiziert worden. Es ist im Februar dieses
Jahres in Kraft getreten. Die USA und Australien sind Vertragsparteien
der Klimarahmenkonvention, haben das Kyoto-Protokoll bisher jedoch
nicht ratifiziert.
Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) erklärte
zu den Berichten: "Verstärkte Anstrengungen in der internationalen
Zusammenarbeit sind dringend notwendig, um den Klimawandel zu
verhindern. Wenn die USA und Australien sich dazu bekennen, dass
der fortschreitende Klimawandel dringend Maßnahmen zur CO2-Reduktion
erfordert, ist dies zu begrüßen. Regionale Technologieabkommen
können die multilaterale Zusammenarbeit unterstützen,
sie sind aber kein Ersatz und keine Alternative für die globale
Klimarahmenkonvention und das Kyoto-Protokoll mit seinen verbindlichen
Reduktionszielen."
Auch die Umweltorganisation WWF zeigte sich skeptisch. "Konkrete
Maßnahmen sucht man in der vorgelegten Erklärung vergeblich.",
sagte Regine Günther, Klimaexpertin des WWF. "Neue Ideen
enthält sie genauso wenig, wie Angaben, mit welchen Geldern
das Programm finanziert werden soll. Bei einem globalen Problem
wie dem Klimawandel ist zudem entscheidend, dass eine Begrenzung
der Treibhausgasemissionen verbindlich festgeschrieben wird. Der
Entwurf bleibt aber unverbindlich und ist nicht mehr als der Rahmen
für eine Vision, eine Wunschliste neuer Technologien."
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