|
G8-Gipfel: Unverbindlicher Aktionsplan gegen Klimawandel
Auf dem G8-Gipfel haben sich die führenden
Industrienationen auf einen unverbindlichen Aktionsplan zum Kampf
gegen den Klimawandel verständigt. Umweltorganisationen sind
enttäuscht.
(vv) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
hat die Ergebnisse des G8-Gipfels im schottischen Gleneagles begrüßt:
"Das Bekenntnis der führenden Industrienationen zu ihrer
besonderen Verantwortung ist ein wichtiges Signal für Fortschritte
in der internationalen Klimaschutzpolitik", sagte Trittin
am Donnerstag in Berlin. In den Verhandlungen sei es gelungen,
die Bedeutung des Kyoto-Protokolls, das die USA nicht ratifiziert
haben, zu unterstreichen. "Mit der Gipfelerklärung erkennt
die US-Administration unter Präsident Bush öffentlich
an, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird", so
Trittin.
Der unter dem Vorsitz von Premierminister Blair verabschiedete
Aktionsplan setzt laut Trittin auf eine Steigerung der Energieeffizienz
und auf den vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien in den G8-Staaten
sowie in grossen Schwellen- und Entwicklungsländern. In der
Gipfelerklärung würden sich die sieben führenden
Industriestaaten und Russland (G8) zur Klimarahmenkonvention und
zur Fortführung der multilateralen Politik bekennen, um das
globale Problem des Klimawandels in den Griff zu bekommen. Ausserdem
seien verstärkte Massnahmen zum Schutz gegen Klimafolgen,
vor allem im stark betroffenen Afrika, vorgesehen, so Trittin
weiter.
Umweltorganisationen: verpasste Chance
Umweltschutzorganisationen haben sich hingegen enttäuscht
über den Beschluss des G-8-Gipfels in Gleneagles zum Klimaschutz
gezeigt. Die von der Bundesregierung vollmundig verkündeten
"Fortschritte" seien ein Etikettenschwindel, meinte
die Umweltorganisation WWF. Bei der Bush-Administration sei keinerlei
Bewegung erkennbar. Im Abschlussdokument werde zwar anerkannt,
dass der Klimawandel ein Problem darstelle. Es gebe jedoch keine
konkreten Ziele oder Maßnahmen vor.
Auch Greenpeace nannte den Beschluss der G8-Staaten zum Klimaschutz
ist eine große verpasste Chance. Die Behauptung, die USA
hätten sich in Gleneagles zu einem verstärkten Klimaschutz
verpflichtet, sei eine "Verdrehung der Tatsachen". Die
USA seien auch nach Gleneagles isoliert in der Klimapolitik, die
G8 seien keinen Schritt weitergekommen.
Seite
drucken
Hinweis
versenden
|