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Europa verbraucht zu viele Ressourcen
Europa lebt über seine Verhältnisse.
Laut einem Report verbraucht die EU wesentlich mehr natürliche
Ressourcen wie ihr aufgrund ihrer biologischen Kapazität
eigentlich zustünde. Deutschland landete bei dem EU-Öko-Ranking
im Mittelfeld.
(vv) - Die Ökobilanz der EU liegt längst
im roten Bereich. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Report der
Umweltstiftung WWF, der den Ressourcenverbrauch der 25 europäischen
Mitgliedsstaaten unter die Lupe nimmt. Bei Flächenverbrauch,
Kohlendioxidausstoß und Konsum leben die Europäer laut
dem Report weit über ihre Verhältnisse. Insgesamt verbrauche
die EU 2,2 Mal soviel natürliche Ressourcen wie ihnen aufgrund
ihrer biologischen Kapazität eigentlich zustünde. Europa
lebt, als gäbe es die Erde zweimal zu Lasten zukünftiger
Generationen, betonte Peter Prokosch, Geschäftsführer
des WWF Deutschland.
Die WWF-Analyse beruht auf einer Modellrechnung, dem so genannten
ökologischen Fußabdruck. Der Ansatz rechnet
den Verbrauch an natürlichen Ressourcen in Fläche um.
Zudem bezieht man die nötige Fläche ein, um den Kohlendioxidausstoß
aufzunehmen. Da ein Großteil der Energie durch die Verbrennung
von fossilen Rohstoffen wie Kohle, Gas und Öl erzeugt wird,
schlug der hohe europäische Energiebedarf bei der Bilanz
besonders negativ zu Buche. In der EU leben sieben Prozent der
Weltbevölkerung, sie verbraucht aber rund 17 Prozent der
globalen Rohstoffe. Ein Ungleichgewicht das weiter zunimmt: Der
ökologische Fußabdruck der Europäer hat sich seit
1961 um 70 Prozent vertieft.
Der WWF-Report verdeutlichte auch Unterschiede in den verschiedenen
Ländern: Die nordischen Länder Schweden, Finnland und
Estland liegen laut dem Report besonders tief im roten Bereich.
Sie liegen um den Faktor drei bis vier über dem weltweiten
Durchschnitt. Deutschland konnte seinen ökologischen Fußabdruck
seit Ende der siebziger Jahre leicht vermindern und sich damit
von der Entwicklung in anderen großen europäischen
Ländern wie Frankreich oder Großbritannien abkoppeln,
deren Ressourcenverbrauch weiterhin steigt. Im Ranking der ökologischen
Fußabdrücke landete Deutschland auf einem mittleren
Platz. Trotzdem liegt laut WWF der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch
immer noch doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt.
Wenn die EU konkurrenzfähig bleiben will, muss sie
den Ressourcenverbrauch vom wirtschaftlichen Wachstum entkoppeln,
forderte Prokosch. Der Weg dazu führe über eine veränderte
Prioritätensetzung bei der Ausgabenpolitik. Umweltzerstörerischen
Projekten müsse der Geldhahn zugedreht werden. Es gelte,
Fördergelder, beispielsweise in der Landwirtschaft, stärker
an ökologische und soziale Kriterien zu knüpfen.
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