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- 14.06.2005 -

 

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Europa verbraucht zu viele Ressourcen

Europa lebt über seine Verhältnisse. Laut einem Report verbraucht die EU wesentlich mehr natürliche Ressourcen wie ihr aufgrund ihrer biologischen Kapazität eigentlich zustünde. Deutschland landete bei dem EU-Öko-Ranking im Mittelfeld.

(vv) - Die „Ökobilanz“ der EU liegt längst im roten Bereich. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Report der Umweltstiftung WWF, der den Ressourcenverbrauch der 25 europäischen Mitgliedsstaaten unter die Lupe nimmt. Bei Flächenverbrauch, Kohlendioxidausstoß und Konsum leben die Europäer laut dem Report weit über ihre Verhältnisse. Insgesamt verbrauche die EU 2,2 Mal soviel natürliche Ressourcen wie ihnen aufgrund ihrer biologischen Kapazität eigentlich zustünde. „Europa lebt, als gäbe es die Erde zweimal – zu Lasten zukünftiger Generationen“, betonte Peter Prokosch, Geschäftsführer des WWF Deutschland.

Die WWF-Analyse beruht auf einer Modellrechnung, dem so genannten „ökologischen Fußabdruck“. Der Ansatz rechnet den Verbrauch an natürlichen Ressourcen in Fläche um. Zudem bezieht man die nötige Fläche ein, um den Kohlendioxidausstoß aufzunehmen. Da ein Großteil der Energie durch die Verbrennung von fossilen Rohstoffen wie Kohle, Gas und Öl erzeugt wird, schlug der hohe europäische Energiebedarf bei der Bilanz besonders negativ zu Buche. In der EU leben sieben Prozent der Weltbevölkerung, sie verbraucht aber rund 17 Prozent der globalen Rohstoffe. Ein Ungleichgewicht das weiter zunimmt: Der ökologische Fußabdruck der Europäer hat sich seit 1961 um 70 Prozent vertieft.

Der WWF-Report verdeutlichte auch Unterschiede in den verschiedenen Ländern: Die nordischen Länder Schweden, Finnland und Estland liegen laut dem Report besonders tief im roten Bereich. Sie liegen um den Faktor drei bis vier über dem weltweiten Durchschnitt. Deutschland konnte seinen ökologischen Fußabdruck seit Ende der siebziger Jahre leicht vermindern und sich damit von der Entwicklung in anderen großen europäischen Ländern wie Frankreich oder Großbritannien abkoppeln, deren Ressourcenverbrauch weiterhin steigt. Im Ranking der ökologischen Fußabdrücke landete Deutschland auf einem mittleren Platz. Trotzdem liegt laut WWF der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch immer noch doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt.

„Wenn die EU konkurrenzfähig bleiben will, muss sie den Ressourcenverbrauch vom wirtschaftlichen Wachstum entkoppeln“, forderte Prokosch. Der Weg dazu führe über eine veränderte Prioritätensetzung bei der Ausgabenpolitik. Umweltzerstörerischen Projekten müsse der Geldhahn zugedreht werden. Es gelte, Fördergelder, beispielsweise in der Landwirtschaft, stärker an ökologische und soziale Kriterien zu knüpfen.

 

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© ArtToday

Der "ökologische Fußabdruck" rechnet den Verbrauch an Rohstoffen in Fläche um.

 

 Mehr Informationen:

WWF-Report: Europe 2005: The Ecological Footprint (pdf)

WWF: Persönlichen ökologischen Fussabdruck berechnen

 

 Lesen Sie auch:

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WWF: Menschheit lebt über ihre Verhältnisse

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