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Klimawandel und Umweltzerstörung bedrohen weltweite Sicherheit
Der diesjährige Bericht "Zur Lage
der Welt" fordert eine erweiterte Sicherheitspolitik: Armutsbekämpfung,
Umweltschutz und Demokratie sollten in den Mittelpunkt rücken.
(vv) - Am Mittwoch stellten die Heinrich-Böll-Stiftung und
die Nord-Süd-Initiative Germanwatch in Berlin die deutschsprachige
Ausgabe des "Berichts zur Lage der Welt 2005" des Washingtoner
"Worldwatch-Institute" vor. Der Bericht kritisiert den
vorherrschenden militärischen Sicherheitsbegriff vor dem
Hintergrund der Anschläge vom 11. September 2001. Die Bedrohung
durch terroristische Anschläge müsse im Kontext anderer
Bedrohungen globaler Sicherheit - Klimawandel, Bevölkerungsexplosion,
Waffenhandel und Umweltzerstörung - gesehen werden.
Armutsbekämpfung, Umweltschutz, Demokratie
Eine vorausschauende Sicherheitspolitik müsse sich um Bildung
und Arbeit für Milliarden junge Menschen in der "Dritten
Welt" kümmern, den Kampf gegen Hunger und Epidemien
aufnehmen und alles daran setzen, den Klimawandel zu begrenzen.
Dies betonte Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung,
bei der Vorstellung des Reports. "Armutsbekämpfung,
Umweltschutz, Demokratie - das sind die großen Drei einer
vorausschauenden Sicherheitspolitik", sagte Fücks.
Klimawandel ist Gefahr für Sicherheit
Auch die internationale Debatte um den Klimawandel müsse
sich zukünftig stärker mit den Sicherheitsrisiken befassen.
Dies forderte Margareta Wolf, Parlamentarische Staatssekretärin
im Bundesumweltministerium, anlässlich der Vorstellung des
Jahresberichtes. "Kaum jemand hat bisher eine Vorstellung
davon, wie sich knapper werdende Ackerbauflächen, steigender
Meeresspiegel oder häufigere und verheerendere Unwetterkatastrophen
auf Frieden und Sicherheit auswirken", sagte Wolf.
Mehr Umwelt- als Kriegsflüchtlinge
Im Jahr 1999 habe es erstmals mehr Umweltflüchtlinge als
Kriegsflüchtlinge gegeben. Ihre Zahl dürfte sich laut
Wolf in den nächsten 20 Jahren auf 100 Millionen Menschen
vervierfachen. "Dies ist ein Horrorszenario für alle,
die wissen, welche Konflikte Wanderungsbewegungen von Millionen
Menschen mit sich bringen", betonte Wolf. Deshalb müsse
die internationale Klimaschutz-Debatte die sicherheitspolitische
Dimension viel stärker in den Blick nehmen.
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