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- 28.04.2005 -

 

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IEA-Chef Mandil kritisiert deutschen Atomausstieg

Der Chef der Internationalen Energie Agentur hofft auf eine Renaissance der Kernenergie und fordert sparsamere Autos.

Hamburg (vv) - Der Exekutivdirektor der Internationalen Energie Agentur (IEA), Claude Mandil, kritisiert die deutsche Atomausstiegspolitik. Er erkenne zwar das Recht jeder demokratisch gewählten Regierung an, aus der Kernenergie auszusteigen. "Aber ich bitte die deutsche Regierung, ihr Missbehagen an der Kernenergie nicht in zu viele andere Länder zu exportieren", sagte Mandil der Wochenzeitschrift "Die Zeit". Er selbst "hoffe auf eine Renaissance der Kernenergie".

"Um die Energieversorgung langfristig nachhaltig zu gestalten, müssen wir alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen: Energie muss viel effizienter verwendet werden, wir brauchen mehr erneuerbare Energie - und wir brauchen mehr Kernkraft", sagte Mandil.

Mandil warnte vor den Risiken der Ölversorgung. "Ich fürchte, dass Öl noch lange Zeit knapp und teuer bleiben wird", sagte er im Interview mit der "Zeit". Dies sei "mit Sicherheit" eine Gefahr für das weltweite Wirtschaftswachstum. Selbst "plötzliche Lieferengpässe" ließen sich nicht ausschließen, weil das Öl "aus immer weniger Länder" komme, so der IEA-Chef.

Sparsamere Autos und alternative Spritquellen

Die Verringerung des Ölverbrauchs sei eine Möglichkeit, das Risiko zu begrenzen. "Wir sollten uns sparsamere Autos zulegen, sie weniger nutzen und alternative Spritquellen erschließen", forderte Mandil kurz vor dem Ministertreffen der 26 IEA-Mitgliedsländer, das Anfang kommender Woche in Paris stattfindet. Die Autofahrer sollten außerdem "auf der Hut sein", weil auf sie wahrscheinlich Regulierungen zur Bekämpfung der Erderwärmung zukämen, sagte Mandil.

Wenig Verständnis zeigte der Franzose für Sprit schluckende Geländewagen, so genannte SUVs. "Gegen Spritschlucker sollte härter vorgegangen werden", forderte Mandil.

Westeuropa abhängig von russischem Ergas

Der IEA-Chef äußerte sich darüber hinaus zu der wachsenden Abhängigkeit Westeuropas von russischen Ergaslieferungen. Ihn treibe vor allem um, dass sämtliches Erdgas, das Russland exportiere, durch die Leitungen von Gazprom fließe. "Die Westeuropäer sollten sich bei der russischen Regierung mit aller Macht dafür stark machen, dass auch andere russische Gaslieferanten Zugang zum Gazprom-Netz erhalten", forderte Claude Mandil.

 

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DIE ZEIT

IEA

 

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