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- 26.04.2005 -

 

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Trittin: Tschernobyl mahnt zu Atomausstieg und Energiewende

Anlässlich des 19. Jahrestages der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl sprach sich Umweltminister Trittin für den Atomausstieg und eine Energiewende aus.

(vv) - Anlässlich des 19. Jahrestages der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl am Dienstag erklärte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die Atomkraft zum "Auslaufmodell der Energieverschwendung". Die Risiken der Atomenergie seien unverändert: Bis heute sei die Kernschmelze bei keinem Reaktor der Welt ausgeschlossen. Weltweit sei das Entsorgungsproblem ungelöst. Je mehr Atomkraftwerke, umso so größer sei die Gefahr der Proliferation. Und seit dem 11. September 2001 sei die Gefahr eines terroristischen Anschlages unübersehbar geworden, erklärte Trittin.

Unfallgefahr ist Bürgern zu hoch

Auch die Ablehnung der Atomkraft in der Bevölkerung ist laut Bundesumweltministerium (BMU) unverändert hoch: Nach einer repräsentativen Umfrage, die Forsa in der vergangenen Woche im Auftrag des BMU durchführte, sind nur sehr wenige Bundesbürger (3 %) der Ansicht, dass bei Atomkraftwerken heute überhaupt keine Unfallgefahr mehr besteht. Über die Hälfte der Bundesbürger (51 %) sagen, dass Atomkraftwerke heute zwar sicherer seien als noch vor 19 Jahren, die Unfallgefahr ihnen persönlich aber immer noch zu hoch ist. Weitere 24 % schätzen die Unfallgefahr bei Atomkraftwerken immer noch genauso hoch ein wie zum Zeitpunkt des Reaktorunglücks in Tschernobyl, teilte das BMU mit.

Energieeinsparung - Energieeffizienz - Erneuerbare Energien

Die Zukunft, so der Minister weiter, gehöre den "drei E": Energieeinsparung - Energieeffizienz - Erneuerbare Energien. Die Voraussetzung für eine solche Energiewende sei aber der Ausstieg aus der Atomenergie. Atomkraftwerke seien Auslaufmodelle, dies würden auch andere Länder so sehen. So sei in den USA seit 30 Jahren kein Meiler mehr bestellt worden, in Deutschland, Großbritannien und Holland seit 22 Jahren. In der EU sinke der Anteil der Atomkraft an der Stromversorgung durch Stillegungen und den Aufwuchs der Erneuerbaren.

China baut auf erneuerbare Energien

Zwar baue China derzeit drei neue Atomkraftwerke und plane den Bau weiterer. Aber das Ausbautempo bei den erneuerbaren Energien sei sehr viel höher, so Trittin. China wolle bis 2010 60 Gigawatt (60.000 Megawatt) zusätzlicher Kapazität aus erneuerbaren Energien installieren. Dieser Betrag solle bis 2020 nochmals verdoppelt werden. 60 Gigawatt entsprechen laut BMU dem Dreifachen der in Deutschland heute installierten Kapazität und dem Zehnfachen der heutigen AKW-Kapazität Chinas.

BUND will 1 Million Unterschriften sammeln

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat zum Tschernobyl-Jahrestag ein Auslaufen des Euratom-Vertrages verlangt. Da der Vertrag zum Anhang der neuen EU-Verfassung gehöre, solle die Bevölkerung der Europäischen Union darüber entscheiden, ob sie den Atom-Privilegien aus diesem Vertrag zustimme oder nicht. Dafür wolle die Umweltorganisation gemeinsam mit anderen Anti-Atom-Initiativen europaweit bis zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe im kommenden Jahr eine Million Unterschriften sammeln. Die neue Verfassung verpflichte die EU-Kommission, aktiv zu werden, wenn eine Million Bürger dies forderten.

Knappes Uran als Kriegsgrund?

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW warnte vor der Gefährdung der internationalen Sicherheit durch die Atomenergie. Das immer knapper und teurer werdende Uran könne schon bald zu Kriegen führen. Die Gesamtmenge des großteils nur sehr aufwendig und entsprechend teuer zu gewinnenden Urans reiche nur noch maximal etwa 65 Jahre lang. Die preislich günstigeren Reserven reichen laut IPPNW gerade noch 20 Jahre lang. Der Ausstieg aus der Abhängigkeit von Erdöl, Erdgas und Uran sei deshalb notwendig, um mögliche Kriegsursachen zu vermeiden.

 

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Umweltminister Trittin mahnt zum Atomausstieg.

 

 Mehr Informationen:

BMU-Internetforum "Tschernobyl + 20"

Online-Unterschriften- Aktion des BUND

IPPNW

 

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