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UN-Millenniumsziele in weiter Ferne
Entwicklungsexperten sehen schwere Versäumnisse
bei der Bekämpfung von Hunger und Armut. Ohne einen verstärkten
Einsatz seien die Millenniumsziele der UN nicht mehr zu erreichen.
(vv) - Fünf Jahre nach Verabschiedung der Millenniumsentwicklungsziele
der Vereinten Nationen warnen Wissenschaftler und Fachleute der
Entwicklungszusammenarbeit vor der Möglichkeit des Scheiterns.
Die bisherigen Anstrengungen der Staatengemeinschaft zur Erreichung
der Ziele seien absolut unzureichend, erklärten Vertreter
der Deutschen Welthungerhilfe und des International Food Policy
Research Institute (IFPRI) in Berlin.
In Schulnoten übersetzt, könnten die Fortschritte bei
der Bekämpfung des weltweiten Hungers und der extremen Armut
allenfalls mit "mangelhaft" bewertet werden. Genauso
schlecht falle die Zwischenbilanz aus bei der Reduzierung der
Kindersterblichkeit, der Verbesserung der Müttergesundheit
und der Ermöglichung einer Grundschulausbildung für
alle.
"Die Staatengemeinschaft hat sich selbst ein Armutszeugnis
ausgestellt", sagten übereinstimmend IFPRI-Generaldirektor
Joachim von Braun und der Generalsekretär der Welthungerhilfe,
Hans-Joachim Preuß. 2005 sei das Jahr der Entscheidung.
Verstreiche es ungenützt, seien die Millenniumsziele mit
Sicherheit nicht mehr zu erreichen. Mit verstärktem Einsatz
hingegen sei dies bis 2015 noch zu schaffen.
Industrie- wie Entwicklungsländer seien gleichermaßen
gefordert, ihre finanziellen, politischen und fachlichen Anstrengungen
zu intensivieren, sagte von Braun. Eine besondere Bedeutung komme
dabei der ländlichen Entwicklung zu. "Jeder zweite Hungernde
und drei von vier Armen leben auf dem Land. Der Kampf gegen Armut
und Hunger wird in den Dörfern der Entwicklungsländer
entschieden", so von Braun.
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