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- 18.04.2005 -

 

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Mehr als die Hälfte der Flüsse fließen nicht mehr

Die globale Zerstörung der fließenden Binnengewässer ist dramatisch, zeigt eine aktuelle Erhebung schwedischer und amerikanischer Forscher.

(pte) - Von den großen Strömen der Erde sind mehr als die Hälfte in Dämme gezwungen und fließt nicht mehr. Ein Forscherteam der schwedischen Universität von Umea hat die großen Flüsse genau untersucht und ist zum Schluss gekommen, dass die Folgen des Dammbaus massive Auswirkungen auf die Umwelt haben, denn Fließgeschwindigkeit und Bodenerosion hängen damit zusammen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

Das Team um Christer Nilsson hat die 292 großen Flusssysteme der Welt untersucht. 172 dieser Flüsse sind durch Dämme beeinträchtigt, in Europa sind es sogar mehr als 60 Prozent. Einzige Ausnahmen bildet die vergleichsweise dünn besiedelte Region Australiens, Neuseelands und der pazifischen Inselwelt. Dort sind nur 17 Prozent der Flusslandschaften durch Dämme verändert.

Die Veränderungen für die umliegenden Regionen und für die Flüsse selbst beschreibt auch der Wissenschaftler James Syvitski von der University of Colorado in Boulder. Die Dämme verhindern nämlich, dass abgelagerte Sedimente von den Flüssen ins Meer transportiert werden. In den Mündungen der Flüsse entstehen dadurch häufig schwere Schäden durch Erosion. Ein Beispiel hierfür ist das Mississippi-Delta.

Nach Nilssons Angaben sind insbesondere für Südasien und Südamerika gewaltige Staudämmprojekte vorgesehen. Alleine am Yangtse-Fluss in China sind neben dem umstrittenen Drei-Schluchten-Projekt 49 weitere Dämme geplant. "Wenn Menschen das globale Bild der zerstörten Flusslandschaften sehen, agieren sie anders", so der Experte. Echte natürliche Flussläufe werden immer seltener.

Die Wissenschaftler hoffen, dass insbesondere bei den geplanten aber heftig umstrittenen Großprojekten ein Umdenken einsetzt. Auch der britische Wissenschaftler Mike Dunbar vom Centre for Ecology and Hydrology in Wallingford hofft, dass die Forschungsergebnisse wie ein Weckruf wirken.

 

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© ArtToday

Glenn-Canyon-Damm am Lake Powell in Arizona: Naturschützer sprechen schon von Abriß.

 

 Mehr Informationen:

Nature

University of Colorado

World Commission on Dams

spektrumdirekt: Die verdammten Flüsse dieser Erde

 

 Lesen Sie auch:

Staudämme gefährden größte Flüsse der Welt

China: Größtes Wasserbauprojekt der Erde geplant

 

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