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US-Atommülllager als Terroristenziele?
Würden Terroristen amerikanische Atomabfalllager
angreifen, könnte der radioaktive Fallout weite Teile des
Landes bedrohen, warnen US-Forscher.
(pte) - Eine riesige Wolke von tödlichem radioaktivem Fallout
könnte weite Teile der USA bedrohen, wenn Terroristen die
Atomabfalllager der insgesamt 103 Reaktoren angreifen. Die US
National Academy of Sciences (NAS) warnt vor einem solchen Angriff
auf die Atomkraftwerke. Die Kühlteiche, in denen radioaktive
Flüssigkeiten gelagert werden, könnten mit Raketen oder
einem absichtlich abstürzenden Flugzeug angegriffen werden,
berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Die Kettenreaktion
darauf wäre verheerend.
"Gewaltige Mengen von Radioaktivität könnten so
in die Umwelt gelangen", so schließt der Bericht, den
15 leitende Wissenschaftler aus verschiedenen Universitäten
und Forschungsinstitutionen an den US-Kongress übergaben.
"Die Ergebnisse der Untersuchung kamen alle zum gleichen
Ergebnis", so Louis Lanzerotti vom New Jersey Institute of
Technology. "Das Komitee hat verschiedene Szenarien durchgespielt,
die zu schweren Umweltkatastrophen führen können",
erklärt der Forscher. Die NAS hatte vom Kongress nach heftigen
Kritiken über die Sicherheit amerikanischer Atomreaktoren
2003 den Auftrag erhalten, die eventuellen Umweltschäden
verschiedener Angriffsszenarien zu untersuchen. Damals hieß
es seitens der Atomkraftwerksgegner, dass ein solcher Angriff
zu einer höheren nuklearen Strahlung führen könnte
als der Tschernobyl-Unfall.
Die US-Nuclear Regulatory Commission NRC hatte erwartungsgemäß
gemeint, dass ein solcher Fall nicht eintreten könne. Die
Forscher des NAS-Reports können nach eigenen Angaben nicht
genau sagen, welche der zwölf Meter tiefen Kühlteiche
tatsächlich gefährdet sind. Die 34 Reaktoren, die mit
der Siedesystem-Methode arbeiten, scheinen eher gefährdet,
da dort das Wasser in relativ dünnen Stahlbehältern
an der Oberfläche lagert. Die NAS publizierte daraufhin einen
neuen Bericht, der wiederum von der NRC als Hilfe für etwaige
terroristische Angriffe klassifiziert wurde. Der Streitfall über
die Sicherheit der Atomreaktoren ist aber damit noch nicht zu
Ende. Die Experten des NAS-Reports fordern nun ganz offen, dass
bessere Vorkehrungen zum Schutz der Anlagen durchzuführen
sind, damit ein solches Risiko miniert werden kann.
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