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Der Mensch überfordert die Ökosysteme
In den letzten 50 Jahren wurden die Ökosysteme
unseres Planeten stärker verändert als je zuvor. Die
Überlastung dieser Systeme bedrohen die Versorgung mit Süßwasser,
den Fischfang sowie die Sauberkeit von Luft und Wasser.
(jkm) - Zu dieser Einschätzung kommt der Synthesebericht
der internationalen Millennium Ökosystemstudie. 1.300 Wissenschaftler
aus 95 Ländern haben die Studie über vier Jahre erarbeitet.
26 deutsche Wissenschaftler waren beteiligt - u. a. von der Universität
Kassel, dem Max-Planck Institut für Biogeochemie und dem
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
"Dauerhafte Fortschritte in der Bekämpfung von Hunger
und Armut, in der Verbesserung menschlicher Gesundheit und im
Umweltschutz sind unwahrscheinlich, wenn sich die Leistungen der
Ökosysteme, auf die unsere Gesellschaft angewiesen ist, weiter
verringern", heißt es in der Studie.
Die Zerstörung der Ökosysteme könne allerdings
gebremst werden, ohne die steigende Nachfrage, wie zum Beispiel
nach Wasser, zu gefährden. In der Studie werden Optionen
genannt, um Leistungen von Ökosystemen zu bewahren oder zu
steigern. Der Schutz der Naturwälder sichere beispielsweise
nicht nur den Wildbestand, sondern auch die Versorgung mit Süßwasser
und die Speicherung von Kohlendioxid in Biomasse. Die Leistungskraft
von Ökosystemen könne aber nur erhalten werden, wenn
sich der Umgang mit der Natur auf den verschiedensten Ebenen der
Entscheidungsfindung drastisch verändere. Die Studie fordert
neue Kooperationen zwischen Regierungen, Industrie und Zivilgesellschaft.
Der Synthesebericht ist der erste Bericht in einer Reihe von
insgesamt elf Bänden, die die Ergebnisse zum Zustand der
weltweiten Ökosysteme und deren Bedeutung für das menschliche
Wohlergehen zusammenfassen. Die Ergebnisse fließen direkt
in vier internationale Umweltverträge ein: in die UN-Konvention
zur biologischen Vielfalt, die Ramsar-Konvention zu Feuchtgebieten,
die UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung und
die Konvention zur Erhaltung wandernder Tierarten.
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