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Umweltbundesamt skeptisch zu Fahrverboten
Der Präsident des Umweltbundesamtes äußert
sich skeptisch zu generellen Fahrverboten im Kampf gegen die Feinstaubbelastung
in deutschen Städten. Er plädiert stattdessen für
Sonderrechte für Dieselfahrzeuge mit Partikelfilter.
Hamburg (vv) - Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA),
Andreas Troge, äußert sich skeptisch zu generellen
Fahrverboten zwecks Bekämpfung der Feinstaubbelastung in
deutschen Städten. Dies sei nur die "ultima ratio",
sagte Troge der Wochenzeitschrift "Die Zeit". Troge
plädierte stattdessen dafür, Fahrzeugen mit Rußfiltern
vorübergehend Nutzervorteile einzuräumen, wenn die Feinstaubbelastung
zu steigen drohe; filterlose Dieselfahrzeuge dürften dann
nicht mehr fahren. "Dieses Verfahren ist schon vor Jahren
beim Kampf gegen den Wintersmog erfolgreich praktiziert worden",
so Troge.
Der UBA-Präsident machte sich ferner dafür stark,
die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf innerstädtischen
Hauptstraßen von 50 auf 30 km/h zu reduzieren, wenn eine
Überschreitung des Feinstaub-Grenzwertes drohe. Dies sei
jedenfalls eine "mildere Maßnahme, als gleich ganze
Stadtteile zu sperren". Ferner plädierte Troge in der
"Zeit" dafür, die Parkmöglichkeiten in den
verrußten Gebieten zu verringern und dadurch den Individualverkehr
zu begrenzen. Dies setze allerdings voraus, dass den Verkehrsteilnehmern
andere Möglichkeiten verschafft würden, die Innenstädte
zu erreichen.
Eindringlich appellierte Troge an Bund und Länder, sich
auf eine Lösung im Streit um Steuervorteile für Fahrzeuge
mit Rußfilter zu einigen. Weil mittlerweile fast jeder zweite
neu zugelassene PKW ein Diesel sei, für den wesentlich mehr
Kfz-Steuer fällig werde, kassierten die Länderfinanzminister
kräftig und könnten "auch die Förderung finanzieren".
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