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Tuberkulose in Afrika auf dem Vormarsch
Afrika leidet immer stärker unter der Tuberkulose,
warnt die Weltgesundheitsorganisation. Zunehmend problematisch
wird die Krankheit auch in Osteuropa.
(jkm) - Afrika leidet immer stärker unter der Tuberkulose.
Das geht aus einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO
hervor. Während der Kampf gegen die Krankheit in den meisten
Regionen der Erde erste Erfolge zeitigt, steigen die Erkrankungsraten
auf dem afrikanischen Kontinent jährlich um 3 bis 4 Prozent.
Zunehmend problematisch wird die Krankheit aber auch in Osteuropa.
"Die Fakten in diesem Bericht wecken Optimismus, dass die
Tuberkulose besiegt werden kann", so WHO-Generaldirektor
Lee Jong-wook, "sie stellen jedoch auch eine klare Warnung
dar." Laut dem neuen Global Tuberculosis Report ist die Rate
der Neuerkrankungen weltweit um 20 Prozent gefallen. In stark
unter HIV leidenden Staaten Afrikas hat sie sich seit 1990 dagegen
sogar verdreifacht. Selbst in Uganda, einst das Musterbeispiel
für erfolgreiche Gegenmaßnahmen, hat über die
Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zu einer ebenso
effektiven wie günstigen Therapie.
Bei dieser Behandlung nach dem DOTS-Schema (Directly Observed
Treatment, Short-course) nehmen die Patienten sechs Monate lang
unter den Augen des medizinischen Personals eine Kombination mehrerer
Antibiotika ein. DOTS ermöglicht Heilungsraten von bis zu
95 Prozent und wirkt vor allem der Entwicklung von mehrfach-resistenten
Stämmen des Tuberkulose-Erregers Mycobacterium tuberculosis
entgegen. Eine Infektion mit solchen Stämmen kommt vielerorts
einem Todesurteil gleich, da ihre Behandlung langwierig ist und
mehrere Tausend Euro kostet.
Um der Tuberkulose in Afrika Einhalt zu gebieten, wollen die
WHO und andere Organisationen die Anwendung von DOTS vorantreiben.
In China und Indien, zusammen ein Drittel aller weltweiten Erkrankungsfälle
aufweisend, seien entsprechende Bemühungen sehr erfolgreich.
Ähnliches gelte für Indonesien und die Philippinen.
Problematisch sei dagegen die Lage in den Staaten der ehemaligen
Sowjetunion, wo mehrfach-resistente Erregerstämme bereits
häufig seien, die Einführung von DOTS dagegen nur langsam
vorangehe.
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