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Weltwassertag: Täglich sterben 4.000 Kinder durch schmutziges
Wasser
Mehr als einer Milliarde Menschen steht kein
sauberes Trinkwasser zur Verfügung. UNICEF befürchtet,
dass das Milleniumsziel der UN nicht erreicht werden wird.
(vv) - Jeden Tag sterben weltweit 4.000 Kinder, weil ihnen sauberes
Trinkwasser fehlt. Darauf weist die UN-Kinderhilfsorganisation
UNICEF anlässlich des Weltwassertages am 22. März hin.
400 Millionen Kinder hätten nicht einmal 20 Liter Wasser
am Tag zur Verfügung. Fast jedes fünfte Kind der Erde
müsse somit ohne das absolute Minimum auskommen, das jeder
Mensch zum Trinken, Kochen und die notwendigste Hygiene brauche.
Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Wasserverbrauch pro Kopf
bei rund 130 Litern täglich.
Trinkwassermangel und fehlende Hygiene sind Hauptursachen
der hohen Kindersterblichkeit in vielen Ländern der Erde.
Insbesondere in ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer
und in Slums muss die Versorgung verbessert werden, erklärte
der Vorsitzende von UNICEF-Deutschland, Reinhard Schlagintweit.
Am schlechtesten sei die Lage in Afrika südlich der Sahara:
43 Prozent der Bevölkerung müssten dort ohne sauberes
Trinkwasser auskommen. Jedes fünfte Kind in der Region sterbe,
bevor es fünf Jahre alt wird.
Eine Milliarde Menschen ohne sauberes Trinkwasser
Weltweit ist laut UNICEF der Anteil der Menschen, die ausreichend
mit Trinkwasser versorgt sind, zwar von 77 Prozent (1990) auf
heute 83 Prozent gestiegen. Auch der Zugang zu Toiletten oder
Latrinen und einer Abwasserentsorgung verbesserte sich von 49
Prozent auf 58 Prozent. Doch mehr als eine Milliarde Menschen
bezögen ihr Trinkwasser immer noch aus verschmutzten Quellen,
Brunnen, Teichen oder Flüssen. 2,6 Milliarden Menschen
nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung habe bis
heute keine sanitären Einrichtungen wie Latrinen oder eine
Abwasserentsorgung.
Zwar wurde der größte Fortschritt bei der Wasserversorgung
in Asien verzeichnet (seit 1990 von 71 Prozent auf 84 Prozent).
Trotzdem leben dort nach wie vor die meisten Menschen, die ohne
genügend sauberes Wasser auskommen müssen. Allein in
China sind dies 288 Millionen Menschen - ebenso viele wie auf
dem gesamten afrikanischen Kontinent.
Milleniumsziel in Gefahr
Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, den Anteil
der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser und zu Abwasserentsorgung
haben, bis 2015 zu halbieren. UNICEF befürchtet, dass Afrika
und Asien dieses zentrale Milleniumsziel nicht erreichen werden.
Vor allem die arme Bevölkerung in Slums und ländlichen
Regionen der Entwicklungsländer profitiere nur unzureichend
am weltweiten Fortschritt bei der Verbesserung der hygienischen
Verhältnisse.
Um die Milleniumsziele zu erreichen, müssten in den kommenden
Jahren eine Milliarde Slumbewohner mit Wasser und sanitären
Einrichtungen versorgt werden, fordert die Hilfsorganisation.
Weiter müssten rund eine Milliarde Menschen Latrinen und
eine Abwasserentsorgung bekommen. Auf der lokalen Ebene müssten
vorhandene Mittel besonders auf die ärmsten, oft auch schwieriger
erreichbaren Gemeinden konzentriert werden.
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