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- 16.03.2005 -

 

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Trittin fordert globale Energiewende

Bundesumweltminister Trittin fordert angesichts des "wachsenden Energiehungers" eine Wende in der weltweiten Energiepolitik.

(vv) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat auf die Notwendigkeit und die Chancen einer globalen Energiewende hingewiesen. Anlässlich einer Diskussionsrunde von Energie- und Umweltministern aus 20 Staaten am Mittwoch in London sagte Trittin: "Angesichts des wachsenden Energiehungers auf der Welt und des fortschreitenden Klimawandels müssen wir in der Energiepolitik global umsteuern. Weg vom Öl und Atom, hin zu mehr Energieeffizienz in Umwandlung und Verbrauch von Energie und ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien sind das Gebot der Stunde." Trittin selbst war verhindert und konnte an dem Treffen nicht persönlich teilnehmen.

Ein Umsteuern sei nicht nur machbar, sondern auch wirtschaftlich von Vorteil. So nähmen etwa deutsche Unternehmen bei der Windenergie eine internationale Spitzenposition ein. "Erneuerbare Energien helfen, die globale Armut zu überwinden und schaffen neue Arbeitsplätze - allein in Deutschland gut 120.000", sagte Trittin.

Auf Einladung Großbritanniens haben die Energie- und Umweltminister aus Industrie- sowie Schwellen- und Entwicklungsländern, darunter Brasilien, China und Südafrika, zwei Tage lang über die Herausforderungen und Chancen einer klimafreundlichen Energieversorgung beraten. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Instrumente und geeignete Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Energiepolitik, zudem die Entwicklung klimafreundlicher Energietechnologien wie Effizienztechnologien, die erneuerbaren Energien und deren Markteinführung.

Der Vertreter Chinas, Liu Jiang, betonte, dass sein Land bis 2010 den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf 10 Prozent erhöhen will. Das allein würde laut dem Bundesumweltministerium (BMU) 813 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr einsparen. Dieses Ziel hatte China auf der Bonner Konferenz "renewables 2004" gesetzt.

Der Bundeskanzler hatte auf Konferenz angekündigt, dass Deutschland ab 2005 für fünf Jahre weitere 500 Millionen Euro für Finanzierungsmaßnahmen im Bereich der erneuerbaren Energien bereit stellt. Die Bundesrepublik hatte bereits 2002 in Johannesburg 1 Milliarde Euro für Energieeffizienz und Ausbau der Erneuerbaren zugesagt.

Bundesumweltminister Trittin betonte, dass die internationale Klimaschutzpolitik über die erste Phase des Kyoto-Protokolls hinaus fortgeschrieben werden muss. Trittin: "Wir dürfen nicht stehen bleiben. Bis Mitte des Jahrhunderts müssen wir die weltweiten Emissionen um bis zu 50 Prozent senken. Damit die Länder des Südens ein Recht auf Entwicklung entfalten können, müssen die Industrieländer deutlich reduzieren."

Deutschland hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls verpflichtet, bis 2012 21 Prozent seiner Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Davon sind laut BMU fast 19 Prozent erreicht. Die erneuerbaren Energien würden rund 60 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr in Deutschland einsparen.

Wenn sich die EU zu einer Emissionsreduktion von 30 Prozent bis 2020 verpflichte, sei Deutschland bereit, seine Treibhausgasemissionen um 40 Prozent in diesem Zeitraum zu senken, so Trittin. Der EU-Umweltrat hat jüngst beschlossen, dass die entwickelten Länder in einer zweiten Phase ihre Emissionen bis 2020 um 15 bis 30 Prozent reduzieren und bis 2050 um 60 bis 80 Prozent.

 

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© PhotoCase.de

Weg vom Öl, hin zu erneuerbaren Energien

 

 Mehr Informationen:

BMU: Erneuerbare Energien

Kyoto-Protokoll

 

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