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Wo die Städte wachsen
Schon bald wird die Mehrheit der Weltbevölkerung
nicht mehr auf dem Land, sondern in Städten leben.
(jkm) - Die räumliche Dimension dieser Entwicklung verdeutlicht
eine neue Datensammlung, die eine amerikanische Forscherin und
ihre Kollegen erstellt haben. Schon heute sind demnach gut drei
Prozent der Landoberfläche der Erde urbanisiert - bisherige
Schätzungen waren von höchstens zwei Prozent ausgegangen.
Die Forscher um Deborah Balk von der Columbia University in New
York kombinierten Satellitendaten und nationale Bevölkerungsstatistiken,
um Städte bzw. größere Ballungszentren zu identifizieren
und die jeweilige Bevölkerungsdichte zu ermitteln. Resultat
dieser Bemühungen ist die Datenbank des Global Rural Urban
Mapping Project, kurz GRUMP. Öffentlich zugänglich,
enthält sie Angaben zu rund 24.000 Stadtregionen - von lediglich
einen Quadratkilometer großen Ortschaften bis zur Megacity
Tokyo, erwachsen aus 500 einzelnen Städten auf einer Fläche
von 30.000 Quadratkilometern.

© GRUMP/CIESIN
Weltkarte der Bevölkerungsdichte -
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Küstenzonen sind städtischer als jedes
andere Ökosystem
Erst diese Datensammlung mögliche es, "die Urbanisierung
und den Zusammenhang zwischen Bevölkerung, Ökosystemen
und Landnutzung genauer zu analysieren", erläutert Balk.
In Küstenregionen lebten demnach beispielsweise 65 Prozent
der Bevölkerung in Städten, die wiederum ein Zehntel
der Gesamtfläche ausmachten. "Küstenzonen sind
städtischer als jedes andere Ökosystem", so die
Demographin weiter, "selbst auf dem Land ist die Bevölkerungsdichte
dort sehr viel höher als in anderen Regionen."
Rund sieben Prozent der Weltbevölkerung leben heute in großen
Ballungszentren wie Tokyo, zeigt die GRUMP-Datensammlung. Auch
in diesem Fall waren frühere Schätzungen mit vier Prozent
deutlich niedriger ausgefallen. Umgekehrt haben 20 Prozent der
städtischen Siedlungen weniger als 500.000 Einwohner. Laut
Balk ist dieses Resultat umso bemerkenswerter, als die zuständige
Abteilung der Vereinten Nationen nur Stadtgebiete mit mehr als
einer halben Million Einwohnern berücksichtige.
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