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Entwicklungsforscher: Hilfe fließt in die falschen Kanäle
Der peruanische Entwicklungsforscher Hernando
de Soto fordert von den Industriestaaten eine neue Form der Entwicklungshilfe.
Hamburg (vv) - Viel zu häufig würde Geld "in die
falschen Kanäle fließen", sagte der Gründer
und Präsident des Institute of Liberty and Democracy (ILD)
in Lima der Wochenzeitschrift "Die Zeit". "Da werden
lokale Gruppen unterstützt, die sich gegen grundlegende Veränderungen
stellen. Sie bekommen genug Geld, um alle Reformen zunichte zu
machen. Und jene, die sich für eine neues Recht stark machen,
gehen leer aus." De Soto setzt sich seit längerem dafür
ein, die Rechtssysteme der Entwicklungsländer so zu reformieren,
dass jeder Bürger ein uneingeschränktes Recht auf Eigentum
hat. "Die meisten Helfer aus den Industrienationen wissen
gar nicht, wie wichtig Eigentumsrechte für die Entwicklung
ihrer eigenen Länder waren."
Die meisten Menschen in Entwicklungsländern hätten
kaum eine Möglichkeit, ihr Eigentum irgendwo geltend zu machen,
sagte de Soto. "Freier Handel funktioniert nur, wenn es Dokumente
gibt und rechtsgültige Unterschriften, wenn man sich ausweisen
kann und eine Adresse hat. Auch internationale Investitionen sind
ohne klare Eigentumsrechte undenkbar. Viele bei uns haben ein
kleines Geschäft, das nirgendwo eingetragen ist, sie stellen
ihre Produkte illegal her oder handeln Waren auf dem Schwarzmarkt.
Wie sollen diese Unternehmer denn Investoren gewinnen? Sie können
ja keine offiziellen Firmenanteile ausgeben, keine Aktien, nichts."
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