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Verbände: Umweltschutz stagniert
Kaum Fortschritte zu mehr Nachhaltigkeit: Vor
einem Stillstand in der Umweltpolitik bis zur nächsten Bundestagswahl
warnen Umweltverbände.
(vv) - Vor einem Stillstand in der Umweltpolitik bis zur nächsten
Bundestagswahl warnen der Deutsche Naturschutzring (DNR), der
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der
Naturschutzbund (NABU). Es sei ein Armutszeugnis, dass sich die
Regierungsparteien im Umweltsektor lediglich auf eine bessere
Wärmedämmung von Gebäuden verständigen könnten.
Für den Klimaschutz sei das nicht ausreichend. Auch der Fortschrittsbericht
der Bundesregierung zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie enthalte
kaum noch konkrete Aussagen für mehr Umwelt- und Naturschutz.
Er thematisiere nicht den offensichtlichen Widerspruch zwischen
einer allein auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftspolitik und
dem Schutz der Umwelt, kritisierten die Verbände am Donnerstag
in Berlin..
Hubert Weinzierl, Präsident des DNR: "Die Regierungsparteien,
vor allem die SPD, verlieren in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit
ihre Glaubwürdigkeit. Mehrfach hatten sie zugesichert, eine
ökologische Finanzpolitik, Bildung und den Erhalt der biologischen
Vielfalt zu Schwerpunkten ihrer Politik zu machen. Der Regierung
fehlt jedoch der Mut nachhaltig zu wirtschaften. Sie lässt
die Bedürfnisse künftiger Generationen unter den Tisch
fallen."
Die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt sagte: "Vorhaben aus
ihrer Nachhaltigkeitsstrategie wie die Einführung einer Kerosinsteuer
und die Halbierung der Mehrwertsteuer für Bahntickets hat
die Bundesregierung anscheinend aufgegeben. Auch die Fortführung
der ökologischen Finanzreform liegt auf Eis. Die Bundesregierung
will offensichtlich die Umweltzerstörung weiter mit Milliardenbeträgen
subventionieren. Nachhaltig ist das jedenfalls nicht."
NABU-Präsident Olaf Tschimpke forderte, der Erarbeitung
einer Biodiversitätsstrategie höchste Priorität
einzuräumen. Diese müsse "wie ursprünglich
vorgesehen Bestandteil des Fortschrittsberichtes 2006 werden und
in den verschiedenen Politikbereichen als Querschnittsthema integriert
sein". Er begrüßt, dass das Thema Flächenverbrauch
mit seinem ehrgeizigen Ziel, bis 2020 die Inanspruchnahme von
Flächen für Siedlung und Verkehr auf maximal 30 Hektar
pro Tag zu senken, nun klarer und konsequenter weiterentwickelt
werden konnte. Dagegen sei die Kraftstoffstrategie zwar insgesamt
zukunftsweisend, jedoch bleibe die Umsetzung in vielen Zielsetzungspunkten
noch offen.
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