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- 17.01.2005 -

 

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US-Experten präsentieren Milliardenplan für Energiewende

In den USA wächst der Druck auf die Regierung, ihrer Energiepolitik eine neue Richtung zu geben.

(vv) - Das Land brauche eine nachhaltige und breit gefächerte Strategie, um auch in den kommenden Jahrzehnten Industrie, Haushalte und Verkehr mit der notwendigen Energie zu versorgen. Das sei der Kern eines Berichts, den die überparteiliche "Energy Commission" - ein hochrangiges Expertengremium aus Vertretern von Wirtschaft, Regierung, Gewerkschaften, Wissenschaft, Umwelt- und Verbraucherverbänden - vorgelegt hat. Dies teilte der Rat für Nachhaltige Entwicklung in der aktuellen Ausgabe seines Newsletters mit. "Eine politische Polarisierung hat die Energiepolitik in den USA in eine Sackgasse geführt, die das Land lange daran gehindert haben, sich mit den größten Problemen der Zukunft zu beschäftigen", betonte John Rowe, Kommissions-Vorsitzender und Vorstand eines großen US-Energieversorgers, bei der Vorlage des Berichts.

Für eine Wende der Energiepolitik in den USA nennt der Report mit dem Titel "Das Ende der Sackgasse" nach Angaben des Nachhaltigkeitsrates fünf Hauptziele: eine vom Ausland unabhängigere Öl- und Gasversorgung, strenge Verbrauchsstandards für Fahrzeuge, verbindliche Grenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen, die Förderung von Erneuerbaren Energien und die Weiterentwicklung von emissionsarmen Kohlekraftwerken und verbesserten Atommeilern. Die Experten würden dafür eine ganze Reihe konkreter Förder- und Investitionsprogramme empfehlen, die einen Gesamtumfang von 36 Milliarden Dollar über die kommenden zehn Jahre haben.

So solle die Regierung sieben Milliarden Dollar in die Entwicklung von sauberen Kohlekraftwerken und von Technologien zur langfristigen unterirdischen Einlagerung von Kohlendioxid investieren. 3,6 Milliarden Dollar seien notwendig, um erneuerbare Energien für eine breite Anwendung marktfähig zu machen, drei Milliarden brauche die Autoindustrie, um Elektro- und Brennstoffzellen-Fahrzeuge zur Serienreife zu bringen, mit weiteren 1,5 Milliarden könnten großtechnische Anlagen zur Gewinnung von Kraftstoffen aus Biomasse gebaut werden. Durch all diese Maßnahmen, so die Kommission, könnten die USA ihren Ölverbrauch bis 2025 um 12 bis 15 Prozent reduzieren. Das gelinge aber nur, wenn der Etat für Forschung und Entwicklung im Energiesektor auf insgesamt 17 Milliarden Dollar über die kommenden zehn Jahre verdoppelt werde.

Der Nachhaltigkeitsrat schreibt weiter, das Gremium fordere nicht zuletzt strengere Maßnahmen der Regierung zum Klimaschutz. Ab 2010, so der Vorschlag, sollten sich die USA an einem weltweiten CO2-Handel beteiligten, um die so genannte Treibhausgas-Intensität (Menge an Treibhausgasen pro Dollar Bruttosozialprodukt) jährlich um 2,4 Prozent zu senken. Mit diesem Ansatz folgt die Kommission einem Plan von Präsident George W. Bush, der vorsieht, die Treibhausgas-Intensität bis 2012 auf freiwilliger Basis um 1,8 Prozent pro Jahr zu reduzieren.

"Über 30 Jahre lang war die Energiepolitik der Friedhof vieler politischer Vordenker", kritisierte William Reilly, Kommissionsmitglied und früherer Chef der US-Umweltbehörde EPA. Der Report zeige aber, dass Investitionen in Innovation, Energieforschung und Klimaschutz den USA eine wichtige Führungsrolle verschaffen könnten. Das Jahr 2005 will die Energy Commission nutzen, um in Kongress, Regierung und den einzelnen Bundesstaaten Mitstreiter für ihre Strategie zu finden.

 

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© ArtToday

Durch eine Energiewende könnten die USA ihren Ölverbrauch bis 2025 um 12 bis 15 Prozent reduzieren.

 

 Mehr Informationen:

National Commission on Energy Policy

Rat für Nachhaltige Entwicklung

 

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