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UNEP-Konferenz zum Schutz der Inselstaaten
Natürliche und von Menschenhand geschaffene
Katastrophen prägen zunehmend das Alltagsbild auf den Inselstaaten
der Welt.
(pte) - Das Alltagsbild auf den zahlreichen Inselstaaten der
Welt ist in erster Linie geprägt von zunehmender Bedrohung
durch Katastrophen. Wie gefährlich Wirbelstürme, Erdbeben
und Tsunamis tatsächlich sind, hat erst die Bilanz der Flutwellen
vom 26. Dezember gezeigt. Von Montag bis Freitag findet in Mauritius
zum zehnten Mal das Treffen der Small Island Developing States
(SIDS) statt, das von der UNEP ins Leben gerufen wurde. Erörtert
werden aktuelle Themen wie die Flutwelle im Indischen Ozean, aber
auch Fragen der Nachhaltigkeit.
Nicht nur Wirbelstürme, Vulkanausbrüche und Flutwellen
bereiten den Regierungen der Inselstaaten Kopfzerbrechen. Viele
der kleinen Staaten sehen sich zunehmender Bedrohung durch mangelnde
Trinkwasserversorgung ausgesetzt. Wie etwa die ostafrikanischen
Komoren oder die atlantischen Kapverden. So benötigen Bauern
auf Mauritius drei Mal soviel Dünger wie ein Bauer in Europa.
Düngemittel sind aber wiederum eine Bedrohung für die
Korallenriffe, die die Inseln umgeben, da sie zu einem Anstieg
von Nährstoffen im Wasser führen.
Rapide ansteigende Müllmengen
Zu den größten Problemen der Inseln zählt auch
die Entsorgung von Müll. Besonders der Tourismus verursacht
ein rapides Ansteigen der Müllmengen. Ein durchschnittlich
großes Kreuzfahrtschiff in der Karibik produziert pro Woche
50 Tonnen an festem Müll und täglich zwischen 400 und
1.200 Kubikmeter Abwässer. Hinzu kommt eine zum Teil viel
zu hohe Bevölkerungsdichte. Das kleine Inselchen Betio im
Tarawa-Atoll/Kiribati wird von mehr als 40.000 Menschen bewohnt.
Trotz mangelnder Infrastruktur herrschen damit Bevölkerungsdichten
wie in Hongkong oder Singapur. Besonders der Anstieg von Konsumgütern
und damit verbunden das Zunehmen von Verpackungsmaterial und anderem
Hausmüll, verursacht schwere Kontaminationen der abgeschlossenen
Lagunensysteme und schädigt lebensnotwendige Riffe. Illegale
Mülldeponien bieten einen idealen Brutplatz für Insekten,
die Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber verbreiten.
Selbst relativ gut organisierte Inselstaaten wie Mauritius, das
mittlerweile ein Abfallgesetz geschaffen hat, kämpft mit
der Müllmenge. Andere Staaten wie etwa die Karibikinsel Grenada
sehen sich außer Stande, die Kosten der Schäden nach
dem verheerenden Wirbelsturm Ivan vom September 2004 zu tragen.
Der Hurrikan hatte 90 Prozent der Häuser auf der Insel beschädigt.
Die Schäden beliefen sich auf rund drei Mrd. Dollar, mehr
als das doppelte des jährlichen BIP.
Fischbestände gehen zurück
Bedroht ist auch die Nahrungsquelle der Inselstaaten, denn die
Ausbeute aus der Fischerei nimmt rapide ab. Auf der melanesischen
Inselgruppe Vanuatu, ist der Bestand von Fisch aufgrund intensiver
Ausbeute von jährlich 90.000 Tonnen im Jahr 1999 auf weniger
als 30.000 Tonnen im Jahr 2001 zurückgegangen. Ähnliche
Berichte liegen auch aus anderen Staaten wie etwa Samoa, den Salomonen,
den nördlichen Marianen und den Föderierten Staaten
von Mikronesien vor. Nicht nachhaltige Methoden zerstören
außerdem auch die Möglichkeit der Erholung des Bestandes.
Hinzu kommt noch die Schädigung der Korallenriffe durch Abwässer.
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