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- 12.01.2005 -

 

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UNEP-Konferenz zum Schutz der Inselstaaten

Natürliche und von Menschenhand geschaffene Katastrophen prägen zunehmend das Alltagsbild auf den Inselstaaten der Welt.

(pte) - Das Alltagsbild auf den zahlreichen Inselstaaten der Welt ist in erster Linie geprägt von zunehmender Bedrohung durch Katastrophen. Wie gefährlich Wirbelstürme, Erdbeben und Tsunamis tatsächlich sind, hat erst die Bilanz der Flutwellen vom 26. Dezember gezeigt. Von Montag bis Freitag findet in Mauritius zum zehnten Mal das Treffen der Small Island Developing States (SIDS) statt, das von der UNEP ins Leben gerufen wurde. Erörtert werden aktuelle Themen wie die Flutwelle im Indischen Ozean, aber auch Fragen der Nachhaltigkeit.

Nicht nur Wirbelstürme, Vulkanausbrüche und Flutwellen bereiten den Regierungen der Inselstaaten Kopfzerbrechen. Viele der kleinen Staaten sehen sich zunehmender Bedrohung durch mangelnde Trinkwasserversorgung ausgesetzt. Wie etwa die ostafrikanischen Komoren oder die atlantischen Kapverden. So benötigen Bauern auf Mauritius drei Mal soviel Dünger wie ein Bauer in Europa. Düngemittel sind aber wiederum eine Bedrohung für die Korallenriffe, die die Inseln umgeben, da sie zu einem Anstieg von Nährstoffen im Wasser führen.

Rapide ansteigende Müllmengen

Zu den größten Problemen der Inseln zählt auch die Entsorgung von Müll. Besonders der Tourismus verursacht ein rapides Ansteigen der Müllmengen. Ein durchschnittlich großes Kreuzfahrtschiff in der Karibik produziert pro Woche 50 Tonnen an festem Müll und täglich zwischen 400 und 1.200 Kubikmeter Abwässer. Hinzu kommt eine zum Teil viel zu hohe Bevölkerungsdichte. Das kleine Inselchen Betio im Tarawa-Atoll/Kiribati wird von mehr als 40.000 Menschen bewohnt. Trotz mangelnder Infrastruktur herrschen damit Bevölkerungsdichten wie in Hongkong oder Singapur. Besonders der Anstieg von Konsumgütern und damit verbunden das Zunehmen von Verpackungsmaterial und anderem Hausmüll, verursacht schwere Kontaminationen der abgeschlossenen Lagunensysteme und schädigt lebensnotwendige Riffe. Illegale Mülldeponien bieten einen idealen Brutplatz für Insekten, die Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber verbreiten.

Selbst relativ gut organisierte Inselstaaten wie Mauritius, das mittlerweile ein Abfallgesetz geschaffen hat, kämpft mit der Müllmenge. Andere Staaten wie etwa die Karibikinsel Grenada sehen sich außer Stande, die Kosten der Schäden nach dem verheerenden Wirbelsturm Ivan vom September 2004 zu tragen. Der Hurrikan hatte 90 Prozent der Häuser auf der Insel beschädigt. Die Schäden beliefen sich auf rund drei Mrd. Dollar, mehr als das doppelte des jährlichen BIP.

Fischbestände gehen zurück

Bedroht ist auch die Nahrungsquelle der Inselstaaten, denn die Ausbeute aus der Fischerei nimmt rapide ab. Auf der melanesischen Inselgruppe Vanuatu, ist der Bestand von Fisch aufgrund intensiver Ausbeute von jährlich 90.000 Tonnen im Jahr 1999 auf weniger als 30.000 Tonnen im Jahr 2001 zurückgegangen. Ähnliche Berichte liegen auch aus anderen Staaten wie etwa Samoa, den Salomonen, den nördlichen Marianen und den Föderierten Staaten von Mikronesien vor. Nicht nachhaltige Methoden zerstören außerdem auch die Möglichkeit der Erholung des Bestandes. Hinzu kommt noch die Schädigung der Korallenriffe durch Abwässer.

 

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Die Postkartenidylle trügt: Katastrophen prägen zunehmend das Alltagsbild auf den Inselstaaten der Welt.

 

 Mehr Informationen:

UNEP - SIDS

 

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