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- 10.12.2004 -

 

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Die Hälfte der Kinder weltweit lebt in Armut

Nach dem neuesten Jahresbericht des Kinderhilfswerks Unicef lebt nahezu die Hälfte der Kinder weltweit in Armut.

(pte) - Nach neuesten Schätzungen des Kinderhilfswerks Unicef leben weltweit mehr als eine Mrd. Kinder in Armut. Die Organisation machte am Donnerstag in ihrem Jahresbericht "Zur Situation der Kinder in der Welt 2005" darauf aufmerksam, dass nahezu jedem zweiten Kind grundlegende Dinge zum Überleben und zu seiner Entwicklung fehlen. "In zahlreichen Ländern verschärfen Staatszerfall, Bürgerkriege und AIDS die Armut noch", so Unicef. So waren 16 der ärmsten 20 Länder der Welt in den vergangenen Jahren Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Armut, Chaos und Gewalt begünstigten wiederum die Verbreitung von Aids.

Dinge, die für die Kinder der Ersten Welt selbstverständlich sind, stehen den Kindern der Armutsländer nicht zur Verfügung: Trinkwasser, ausreichende Nahrung, medizinische Hilfe, Schulunterricht oder ein Dach über dem Kopf. Um die Auswirkungen von Armut auf Kinder besser beschreiben zu können, wendet Unicef die erweiterte Armutsdefinition der London School of Economics an. Neben den herkömmlichen Kriterien (Einkommen, Nahrung, Wasser, Unterkunft, Gesundheit, Schule) werden auch emotionale Faktoren wie fehlende Zuwendung und Förderung betrachtet. Das Ergebnis der Untersuchung: Etwa 90 Mio. Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt. 270 Mio. Kinder haben nicht einmal die einfachste Gesundheitsversorgung. Rund 400 Mio. Kinder leben ohne sauberes Wasser und 500 Mio. Kinder können keine sanitären Einrichtungen benützen. Dazu kommt, dass 640 Mio. Kinder kein richtiges Dach über dem Kopf haben, mehr als 121 Mio. Kinder nicht zur Schule gehen und 300 Mio. Kinder keinen Zugang zu Radio, Fernsehen oder Zeitung haben.

Die Verbreitung von Aids sei eine Tragödie für die Kinder der Dritten Welt und stelle eine der größten Herausforderungen für die soziale Entwicklung dar. Unicef: "Allein im südlichen Afrika stieg zwischen 1990 und 2003 die Zahl der Aids-Waisen von einer auf über 12 Millionen." In den Ländern südlich der Sahara leben heute Mio. Kinder in Haushalten mit HIV-positiven oder kranken Eltern. Bis zum Jahre 2010 würden dort durch Aids schätzungsweise 18 Mio. Kinder zu Waisen geworden sein.

Kinder in wohlhabenden Staaten leiden nicht unter denselben Entbehrungen wie ihre Altersgenossen in den Entwicklungsländern. Trotzdem lebten auch hier immer mehr Kinder in relativer Armut. "In elf von 15 OECD-Staaten ist der Anteil der Kinder, deren Familien mit weniger als der Hälfte des Durchschnittseinkommens auskommen müssen, im vergangen Jahrzehnt deutlich gewachsen. Allein in Deutschland stieg zwischen 1990 und 2000 der Anteil relativ armer Kinder von 4,1 auf neun Prozent. Heute leben in Deutschland über eine Mio. Jungen und Mädchen von Sozialhilfe", so Unicef.

 

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© UNICEF

Aids-Waise in Mosambik: Am höchsten ist die Kindersterblichkeit in Afrika südlich der Sahara.

 

 Mehr Informationen:

UNICEF

 

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