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- 01.12.2004 -

 

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Gutachten: Armutsbekämpfung setzt wirksame Umweltpolitik voraus

Eine wirksame Umweltpolitik ist eine grundlegende Voraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung der globalen Armut. Dieses Fazit zieht der WBGU in seinem neuen Gutachten.

(vv) - Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) übergab am Mittwoch das Gutachten "Welt im Wandel: Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik" an die Bundesminister Edelgard Bulmahn (Forschung), Jürgen Trittin (Umwelt) und Heidemarie Wieczorek-Zeul (Entwicklung). Die Wissenschaftler betonen in ihrem Gutachten, dass erfolgreiche Armutsbekämpfung eine wirksame Umweltpolitik voraussetzt. Die Entwicklungschancen der armen Länder verbesserten sich nur, wenn angesichts voranschreitender Umweltveränderungen sowohl Anpassungsmaßnahmen verstärkt als auch weitere Eingriffe in die natürliche Umwelt vermieden würden. Die Industrieländer müssten ihrerseits zur Überwindung dieser Krise beitragen. Umweltschutz und Armutsbekämpfung sollten aus Sicht des WBGU stärker vernetzt und national wie international als Querschnittsthema besser verankert werden. Eine solche Politik würde sich für alle Länder auszahlen.

Die Eingriffe des Menschen in die natürliche Umwelt gefährden laut WBGU bereits heute in weiten Teilen der Erde die Lebensbedingungen der Armen. Ohne Gegensteuerung würden Umweltveränderungen künftig in noch größerem Umfang Existenz bedrohende Auswirkungen haben. Noch immer lebten 1,1 Mrd. Menschen von weniger als einem Dollar am Tag, ebenso viele hätten keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser und rund 840 Mio. Menschen seien unterernährt. Allein durch verschmutzte Luft in Innenräumen stürben jährlich etwa 1,6 Mio. Menschen.

UN-Reform notwendig

Der schwerfällige "Tanker" UN muss zum Rückgrat einer globalen Umwelt- und Entwicklungspartnerschaft werden, fordert der Beirat. Als langfristige Vision empfiehlt der WBGU einen "Rat für Globale Entwicklung und Umwelt" als übergeordnetes Gremium im UN-System einzurichten. Er soll die Institutionen im Entwicklungs- und Umweltbereich, einschließlich der internationalen Finanzorganisationen wie Weltbank und IWF, koordinieren und auf das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung ausrichten. Ein weiterer wichtiger Reformschritt sei die rasche Aufwertung des UN-Umweltprogramms (UNEP) zu einer UN-Sonderorganisation.

Finanzierung möglich

Die zusätzlichen jährlichen Kosten für Armutsbekämpfung und Umweltschutz bewegen sich nach Schätzung des WBGU im niedrigen dreistelligen Milliardenbereich. Das entspreche der Größenordnung nach den jährlichen Ausgaben der OECD-Länder für Agrarsubventionen, die sich auf rund 350 Mrd. US-Dollar belaufen. Die Kosten zum Schutz des Klimas und der Biodiversität lägen ebenfalls im niedrigen dreistelligen Milliardenbereich. Hinzu kämen Kosten, die durch Klimaschäden verursacht würden.

Nutzungsentgelte für Flugverkehr und Meere

Die erforderlichen Finanzmittel könnten beispielsweise durch die Abschaffung umweltschädlicher Subventionen und den Abbau von Handelshemmnissen gewonnen werden, empfiehlt der Beirat. Auch die Erhebung von Entgelten für die Nutzung globaler Gemeinschaftsgüter wie den internationalen Luftraum oder die Meere sei denkbar. So könnte beispielsweise ein am Verbrauch von Flugbenzin orientiertes Entgelt bei EU-weiter Einführung ein Aufkommen von bis zu 21 Mrd. Euro pro Jahr erbringen.

 

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WBGU: Welt im Wandel – Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik

 

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