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- 25.11.2004 -

 

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Aids-Beauftragter der UN: "Massenmord durch Gleichgültigkeit"

Die tödliche Immunschwächekrankheit Aids bedroht mehr Menschen als jemals zuvor. Der Aids-Beauftragte der UN spricht von einem "Massenmord durch Gleichgültigkeit" in Afrika.

(vv) - Die tödliche Immunschwächekrankheit Aids bedroht mehr Menschen als jemals zuvor. Nach Schätzungen des Aids-Bekämpfungsprogramms der Vereinten Nationen (UNAIDS) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde in diesem Jahr mit rund 40 Millionen Infizierten weltweit ein neuer Höchststand erreicht. Auch die Zahl der Aids-Toten ist mit rund drei Millionen in 2004 so hoch wie nie zuvor, heißt es im Jahresbericht, den UNAIDS am Dienstag vorlegte.

Besonders betroffen seien Frauen in Ostasien. In den vergangenen zwei Jahren stieg ihre Zahl demnach um mehr als 50 Prozent. Der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit könne nur gewonnen werden, wenn die Unterdrückung von Frauen in Entwicklungsländern überwunden werde. Mangelhafte Bildung, Vergewaltigung, Armut und fehlende Gleichberechtigung seien in vielen Ländern dafür verantwortlich, dass immer mehr Frauen an Aids erkranken.

"Massenmord durch Gleichgültigkeit"

Einen "untergründigen Rassismus gegenüber Afrika und den Afrikanern, den natürlich keiner zugeben würde", wirft Stephen Lewis, UN-Sonderbeauftragter für Aids in Afrika, der westlichen Welt vor. Der schwarze Kontinent sei in seinem Kampf mit der Seuche im Stich gelassen worden. "Deshalb spreche ich von Massenmord durch Gleichgültigkeit", sagt Lewis in der Hamburger Wochenzeitschrift "Die Zeit".

Er verweist darauf, dass HIV-Infizierte im ärmsten Teil der Welt immer noch keine Medikamente bekämen, obwohl die Pharmakonzerne inzwischen die Herstellung billiger Nachahmerprodukte erlaubten. Daher laste jetzt die Verantwortung weniger auf den Pharmakonzernen, "sondern auf den Regierungen ihres und meines Landes", sagt der kanadische Diplomat. "Wir müssen die Medizin kostenlos abgeben", fordert er.

Lewis rechnet vor, dass die UN im vergangenen Jahr 4,3 Milliarden Dollar für Maßnahmen gegen HIV und Aids ausgegeben habe. Dagegen würden für Krieg und Wiederaufbau im Irak und in Afghanistan bis zum Ende dieses Jahres rund 200 Milliarden Dollar ausgegeben. "Wir spenden also winzige Beträge, um Menschen am Leben zu erhalten, und gewaltige Beträge für Krieg und Zerstörung".

 

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 Mehr Informationen:

UNAIDS

DIE ZEIT

 

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