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Kyoto-Protokoll tritt im Februar in Kraft
Nachdem Russland dem Kyoto-Protokoll beigetreten
ist, kann das Klimaschutzabkommen im Februar 2005 in Kraft treten.
Deutschland will eine Vorreiterrolle im internationalen Klimaschutz
wahrnehmen.
(vv) - Russland hat am Mittwoch UN-Generalsekretär Kofi
Annan die Ratifizierungsurkunde für das Kyoto-Protokoll übergeben.
Das internationale Dokument zum Klimaschutz tritt damit am 16.
Februar 2005 in Kraft. Annan sprach von einem "historischen
Schritt" im weltweiten Bemühen, die "wirklich globale
Bedrohung" der Treibhausgas-Emissionen zu bekämpfen.
Er forderte die Industriestaaten, die das Protokoll noch nicht
ratifiziert haben, auf, dies nachzuholen und ihre Emissionen zu
begrenzen.
Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) begrüßte
das Abkommen als "Meilenstein des internationalen Umweltvölkerrechts".
Mit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls habe die internationale
Gemeinschaft gezeigt, dass sie den Herausforderungen des fortschreitenden
Klimawandels entgegentrete. Erstmals habe sie eine Reduzierung
der Treibhausgas-Emissionen rechtsverbindlich festgelegt. Weitere
Schritte müssten nun folgen, forderte Trittin.
Das Kyoto-Protokoll verpflichtet die Industrieländer insgesamt,
ihren Treibhausgas-Ausstoß bis 2012 um 5 Prozent gegenüber
1990 zu reduzieren. Deutschland hat sich innerhalb der EU dazu
verpflichtet, seine Emissionen in diesem Zeitraum um 21 Prozent
zu senken. 19 Prozentpunkte sind bereits erreicht. Mit Russland
haben 128 Länder das Protokoll ratifiziert, die 61,6 Prozent
der Emissionen der Industrieländer auf sich vereinigen.
Mit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls werde die internationale
Klimapolitik einen Schub nach vorne erhalten, so Trittin. Dies
sei angesichts des mit großer Geschwindigkeit fortschreitenden
Klimawandels dringend erforderlich. Die Verpflichtungen aus dem
Kyoto-Protokoll seien dabei nur der erste Schritt. "Für
die anstehenden Verhandlungen zur Weiterentwicklung des Protokolls
für die Zeit nach 2012 wird es darum gehen, die USA wieder
in den multilateralen Prozess der Klimaverhandlungen zu integrieren
und weitere Schritte zur Reduktion von Treibhausgasen zu vereinbaren.
In diese Schritte sind auch Entwicklungsländer einzubeziehen,"
sagte der Umweltminister.
Trittin weiter: "Deutschland wird auch in den nun anstehenden
Verhandlungen seine Vorreiterrolle im internationalen Klimaschutz
wahrnehmen. Deshalb haben wir uns mittelfristig zum Ziel gesetzt,
die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent zu reduzieren, wenn die
EU sich auf ein Minderungsziel von 30 Prozent verständigt."
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